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Mali | Kein Mündel mehr

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12.06.2021

Anfang Mai sind in der Hauptstadt Bamako die Banken geschlossen und die öffentlichen Dienste außer Betrieb. Der Streikaufruf der größten Gewerkschaft – eine Reaktion auf erfolglose Verhandlungen mit der Regierung über höhere Löhne und Zuschläge – zeigt Wirkung. In dieser Lage treten Übergangspräsident Bah N’Daw und sein Premier Moctar Ouané die Flucht nach vorn an und wollen eine neue Regierung zusammenstellen. Allerdings versäumen sie es, den eigentlich mächtigen Mann einzubinden: Vizepräsident und Verteidigungsminister Colonel Assimi Goïta, der offenbar durch den Vertreter eines anderen Flügels der Armee kaltgestellt werden soll. Goïta kommt diesem Ansinnen am 24. Mai durch die Verhaftung von N’Daw und Ouané zuvor. Zwei Tage später danken beide ab und stehen seither unter Hausarrest.

Malis fragiler Zustand erweist sich mehr denn je als der regionale Kollateralschaden nach dem Gaddafi-Sturz und Zusammenbruch Libyens 2011. Von dort gelangten große Mengen an Waffen in den Sahel. Anfangs machten sich das sezessionistische Tuareg in Nordmali zunutze, dann stärkte der Zufluss von militärischem Material dschihadistische Kombattanten, die teils dem Islamischen Staat (IS) hörig waren. Obwohl seit........

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