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A–Z | Drummer:in

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04.09.2021

Afrobeat Tony Oladipo Allen ist ein legendärer Typ: Dem 2020 verstorbenen ehemaligen Schlagzeuger von Fela Kuti sagt man nach, den Afrobeat gleichsam erfunden zu haben – Brian Eno nennt ihn den „wahrscheinlich großartigsten Schlagzeuger aller Zeiten“. Auf seinen Alben zeigte der Nigerianer, dass sein Name zu Recht gerühmt wird: einen derart zwingenden Vorwärtsdrang findet man selten. Geradlinig ist das Spiel des Schlagzeugers, funky und raffiniert. Sein Beat stemmt sich euphorisch nach vorne, hat seine Wurzeln aber in den Siebzigerjahren. Damals gründete Allen gemeinsam mit Kuti die Band Afrika 70. Sein Spiel, jene Melange aus westafrikanischem Highlife, Jazz, traditioneller nigerianischer Yoruba-Musik und US-Funk, hat sich über die Jahre nur wenig verändert. Schon damals wurde verwundert wahrgenommen, wie ein Drummer so komplex, so variantenreich spielen kann. Wie gleich vier Schlagzeuger auf einmal. Er verstehe sich als „Rückgrat der Musik“. Marc Peschke

Bombast Schwundstufen des Schlagzeugsolos sind das Drum-Fill und Drum-Intro, sozusagen der formale Minimalismus der Rhythmus- Revolte. Das bekannteste Drum-Fill der Popgeschichte findet sich wohl in Phil Collins’ In the Air Tonight (1981), in dem erstmals Collins’ markant hallender Bombast-Drum-Sound zu hören ist, den er kurz zuvor mit seinem Engineer Hugh Padgham zufällig entwickelte, weil der im Studio aus Versehen das Mikro zwischen Aufnahme- und Abmischraum einschaltete, – und der wegweisend werden sollte für den hallsatten Drumsound der 1980er. Das Stück ist aber auch ein frühes Beispiel für das, was Produzent Quincy Jones ein Jahr später die „Sonic Personality“ des Michael-Jackson-Hits „Billie Jean“ nannte: dass die Hörer schon an den ersten Noten des Drum-Intros unfehlbar erkennen können, welchen Song sie hören. Tom Wohlfarth

Charlie Watts Er sehe bei Konzerten meist nur „Micks Arsch“, hat Charlie Watts mal gesagt. Störe ihn aber nicht, er sei keiner, der die Rampe sucht. Charlie Watts sitzt hinten und trommelt, wirkt dabei fast stoisch. Sein Intro zu Honky Tonk Women ist so verlässlich solide wie der Stones-Schlagzeuger selbst. Exzentrische Soli (Tempo) sind nicht sein Ding. Charlie Watts wird oft überschattet von den Ikonen Jagger & Richards, dabei ist er es, der den Laden zusammenhält. Dem introvertierten Gentleman sind kreischende Mädchen in Konzerten ein Graus. „Da kann man seine eigene Musik nicht mehr hören.“

Statt mit Groupies Suiten zu zertrümmern, hat er auf Tour seinen Skizzenblock dabei und zeichnet seine Hotelbetten. Einmal, so die Legende,........

© der Freitag


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