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A–Z | Boulevards

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05.09.2021

Atomium Mit 102 Metern Höhe scheint das 2.500 Tonnen schwere Gebäude, bestehend aus neun, durch 23 Meter lange Röhren verbundenen Kugeln, wie entmaterialisiert zu schweben, nahe des Grote Markt, zentraler Platz und Brüssels Flaniermeile. Die Idee, 1958 für die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg in Brüssel eine begehbare Skulptur in Form eines 165-milliardenfach vergrößerten Eisenatoms zu gestalten, stammte vom belgischen Ingenieur André Waterkeyn, die Umsetzung von den Architekten André und Jean Polak. Wegen seiner zukunftsweisenden Architektursprache, der transparenten Konstruktion, Aushängeschild einst prosperierender Stahlindustrie, blieb der ursprünglich nur für die Ausstellung entworfene belgische Pavillon erhalten. Längst Nationalsymbol, zwischen 2004 und 2007 totalsaniert – Aluminium ist Edelstahl gewichen –, steht das Atomium für den ungebrochenen Fortschrittsoptimismus der frühen Nachkriegszeit. Helena Neumann

Bauman-Straße Abends ist es in der Fußgängerzone von Kasan am schönsten. Die restaurierten alten Gebäude sind angestrahlt. Überall Musik. Straßenrestaurants und ein Spiegellabyrinth locken, ein Wachsfigurenkabinett, ein Museum der Legenden und Märchen und eines namens „Glückliche Kindheit“, was eine Zeit ohne Smartphones meint. Das Café Twin Peaks erinnert an die Fernsehserie von David Lynch und eine Kutsche aus Bronze an Katharina II., die russische Zarin mit deutschen Wurzeln. Zwei Flugstunden östlich von Moskau, in der Autonomen Republik Tatarstan, findet man den nach Nikolai Bauman, einem russischen Revolutionär, benannten Prachtboulevard fast schöner als die älteste Moskauer Fußgängerzone Arbat. Flanierend gelangt man zum Kreml (➝ Zuckerbäckerstil), der jedem offen steht: fotogen wie der Spasski-Turm mit Sowjetstern. Irmtraud Gutschke

Chicken Street In jeder großen Stadt gibt es eine Straße, die jeder kennt. In Kabul ist es die Chicken Street. Eine nur zwei Häuserblocks lange, schäbige Gasse, gesäumt von Geschäften, die Lapislazuli, Antiquitäten, Nippes, Safran und Orientteppiche verkaufen. Der Ort weckte seit Generationen Sehnsüchte, war Magnet für ausländische Besucher, die während ihres Trips auf dem Hippietrail auf der Suche nach afghanischen Souvenirs waren. Der Tourismusboom trieb die Mieten in die Höhe und die Hühner in die Flucht. In der Chicken Street gibt es kaum noch jemanden, der sich daran erinnern kann, dass dort früher Hühner verkauft wurden.Ausländische Besucher sind mittlerweile so selten, dass sie eine Sensation darstellen. Botschaften, internationale Hilfsorganisationen und ausländische........

© der Freitag


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