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Porträt | Enkel statt Onkel

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07.09.2021

An einem sonnigen Freitag wenige Wochen vor der Wahl läuft Daniel Margraf ganz in Schwarz gekleidet auf den Bundestag zu. Für gewöhnlich tritt seine ÖDP in Orange auf. Margraf trägt seine orange Weste in einer Transporttasche bei sich. „Die ziehe ich schon noch an.“ Fast könnte man meinen, dass ihm die schrille Warnwesten-Optik seiner Partei gegen den ästhetischen Strich geht. Daniel Margraf, 47, ist schließlich Designer und Style-Berater.

Vor allem ist er aber Direktkandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei für die Bundestagswahl im Wahlkreis 61. Der umfasst neben Potsdam sechs Gemeinden aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und eine aus dem Kreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Damit tritt Margraf sowohl gegen Annalena Baerbock als auch gegen Olaf Scholz an. Nie zuvor hat es in Deutschland so eine Konstellation gegeben: ein Wahlkreis, zwei Kanzlerkandidaturen. Dazu noch die einstige FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg. Mehr geballte Prominenz als Konkurrenz geht kaum. „Wir sind ambitioniert. Ich wurde gewählt und habe angenommen“, sagt Margraf unaufgeregt. Und raucht dann erst einmal eine.

Sich schroff an seinen Kontrahenten abzuarbeiten, kommt für ihn ohnehin nicht infrage. Er sagt Dinge wie: „Wir sollten zurückkommen zur Empathie.“ Margraf erklärt auch das Hauptziel der ÖDP: ein ökologisch-demokratischer Umbau der Gesellschaft, betrieben von Politikerinnen und Politikern, die sich frei........

© der Freitag


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