Grüne Woche 2026: Märchenstunde in Berlin
Die Idee stammt vom Berliner Fremdenverkehrsamt: Vor einhundert Jahren gab es zum ersten Mal in Berlin eine „Grüne Woche“. Die „Reichshauptstadt“ hatte damals mit 4,1 Millionen viel mehr Einwohner als heute, die Versorgung mit Milch, Brot oder Kartoffeln war eine logistische Herausforderung.
Fleisch wurde noch lebend in die Stadt transportiert, es gab Hunderte kommunale oder private Schlachthöfe, der größte an der Eldenaer Straße im nördlichen Friedrichshain war so groß wie eine Kleinstadt. Ernährung spielte damals eine wesentlich größere Rolle im Leben der Menschen – auch weil es noch Hunger gab. Zur ersten Ausgabe der Grünen Woche im Februar 1926 kamen nach Angaben der Berliner Messe 50.000 Menschen.
Heute gleicht die „Grüne Woche“ stellenweise einer Fake-Show: Von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offiziell eröffnet, wird den Besuchern bis zum übernächsten Sonntag unter dem Funkturm in Berlin eine Landwirtschaft vorgegaukelt, die es so gar nicht mehr gibt. Seit Jahren geben immer mehr Bauern ihre Höfe auf, statt ihnen beackern Agrarkonzerne immer größere Flächen. Zogen die Landwirte vor 150 Jahren ihr Saatgut selbst, so begann Ende des 19. Jahrhunderts eine Industrialisierung, die den Acker zur Fabrik machte – mit Stickstoffdünger, Pestiziden, Hybrid-Saatgut, Monokulturen und Internet.
Am Donnerstag legte das AgrarBündnis den „Kritischen........© der Freitag
