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Performance | Der gute Mensch von Nanking

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20.10.2021

Mayako Kubo, die seit 1985 meistens in Berlin lebt, gilt als bedeutendste japanisch Komponistin der Gegenwart. Bei der Uraufführung von John Rabe – Endstation Siemensstadt, einer „Konzertperformance für Historiker:innen, Sprecher, Flöte, Perkussion, Streichquartett und Elektronik“, am vergangenen Freitag in der Zitadelle Berlin-Spandau war zu hören, wie sehr sie musikalisch der europäischen Moderne verpflichtet ist. Mit der Gestalt John Rabes, eines Kaufmanns, der für den Siemens-Konzern arbeitete, hat sie sich eines gemeinsamen japanisch-deutschen Bezugspunkts aus der düstersten Zeit beider Länder angenommen.

Rabe hielt sich von 1911 bis 1938 in China auf, ab 1931 als Geschäftsführer der Siemens-Niederlassung in Nanking, der damaligen Hauptstadt. Als Nanking im Dezember 1937 von der japanischen Armee erobert wurde, die sogleich begann, unvorstellbar grausame Massaker anzurichten, bildeten 16 Ausländer, Engländer, Amerikaner und andere, ein internationales Komitee, definierten eine vier Quadratkilometer große........

© der Freitag


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