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Meinung | Ostermärsche: Wir können den Frieden gewinnen

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15.04.2022

Es gibt wieder Ostermärsche für den Frieden. Corona hatte auch sie behindert, jetzt kommen sie zur rechten Zeit. Denn die Bilder von erschossenen Zivilisten in Butscha und anderswo in der Ukraine haben vielfach den Verstand lahmgelegt. Glauben wir ernsthaft, die russischen Menschen seien grausam und führten deshalb einen grausamen Krieg? Es ist doch umgekehrt: Der Krieg als Institution ist der Vater aller Grausamkeiten. Er formt die Generäle, Offiziere und einfachen Soldaten nach seinem Bilde. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Krieg noch grausamer geworden. Alle letzten Kriege, egal von welcher Seite geführt, bezeugen es. Es liegt am Krieg, deshalb darf es keinen geben und muss der Krieg aufhören, der gerade geführt wird.

„Die Waffen nieder“ ist nicht unter allen Umständen die richtige pazifistische Losung. Gegen Hitler wäre sie es nicht gewesen. Wer will aber bestreiten, und mit welchem Argument, dass sie sich heute als Frage stellt, wie man den Ukraine-Krieg schnellstmöglich beendet? Die beiden Parteien, die ihn unmittelbar führen, erkennen es ja an, indem sie eine Verhandlungslösung suchen. Wir wissen auch genau, worum da verhandelt wird. Der Hauptpunkt ist die militärische Neutralität der Ukraine. Woran man schon sieht, dass auch wir, der Westen, die NATO, bei diesem Krieg eine Rolle........

© der Freitag


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