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1990 | Kann das jetzt weg?

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13.09.2021

Im Ausstellungsraum der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) in der Berliner Oranienstraße wird noch gehämmert und gesägt, die Konturen der Ausstellungsarchitektur sind bereits in Schemen sichtbar. Es ist Ende August und Elske Rosenfeld, Anna Voswinckel und Suse Weber haben sich zwei Wochen vor Eröffnung der von ihnen kuratierten Ausstellung „... oder kann das weg? Fallstudien zur Nachwende“ im Hof des 1969 in West-Berlin gegründeten, basisdemokratisch organisierten Kunstvereins zum Hintergrundgespräch eingefunden. Die beiden anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe, Bakri Bakhit und Wolfgang H. Scholz, sind aus Termingründen nicht anwesend. Weiter vorne im Gebäude fehlt ebenso: die gerade vom Hauseigentümer zum Umzug gezwungene Buchhandlung Kisch & Co., durch die das Publikum die Ausstellungsräume der nGbK für gewöhnlich erreichte. Nun wird man die Ausstellung über den Hof betreten, was, wie Suse Weber erklärt, die geplante Ausstellungsszenografie zwar leicht verändert, aber nicht zum Nachteil. „Raumklappen“ hat die Künstlerin konzipiert, Holzsegmente, um die acht thematischen „Fallstudien“ der Ausstellung gleichzeitig voneinander zu trennen und miteinander zu verbinden.

Ein zweijähriges Forschungsprojekt mündet nun also in dieser Ausstellung und der Arbeitsgruppe geht es insbesondere darum, wie ostdeutsche Künstler*innen in der Situation nach der Wende agierten, wie sich ihr künstlerisches Vokabular veränderte. Vor allem nämlich durch ein aus westdeutscher Sicht geprägtes Verständnis, bei dem schematisch westdeutsche Kunst als eine auf den White Cube – den angeblich neutralen und dabei........

© der Freitag


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