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Porträt | Der Kohlenhändler

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24.08.2021

Leutselig, jovial und meist einen Slogan auf den Lippen: „How good is that?“, ruft Australiens Premierminister, sobald sich eine lobenswerte Situation bietet und streckt beide Daumen hoch, das Fragezeichen ist immer rhetorisch. Im zweiten Pandemiejahr strahlt Scott Morrison seltener in die Kameras, vielleicht auch, weil sogar viele Fans ihm den bemühten Optimismus immer weniger abkaufen.

Regierungschefs spielen in Krisen eine besondere Rolle. Sie müssen vielleicht „keinen Löschschlauch halten“, wie Morrison Ende 2019 spottete – damals wüteten katastrophale Waldbrände in Australien, der Konservative flog mit Frau und Kindern nach Hawaii. Aber im Idealfall können sie führen, handeln oder Hoffnung machen. Gut kam Morrisons Urlaub bei den Landsleuten seinerzeit nicht an. „Wo zum Teufel bist du?“ trendete auf Twitter, diesen Slogan verantwortete Morrison, als er noch Chef der Tourismusbehörde war. Nun ist „ScottyFromMarketing“ zwar anwesend, oft allerdings unsichtbar. Dabei muss der 53-Jährige sich nicht nur Pandemie und Klimakrise stellen, er ist auch mit einer Sexismusdebatte konfrontiert, seit eine junge Frau Anfang 2021 eine Vergewaltigung im Büro eines Parlamentsabgeordneten bekannt machte. Immer mehr Frauen wagen es, von Übergriffen zu berichten.

Schlechte Nachrichten wie steigende Corona-Infektionszahlen und Lockdowns müssen die Chefs der Bundesstaaten verkünden. Morrison selbst verliert sich in........

© der Freitag


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