Die SPD will die Erbschaftsteuer reformieren: Drei Punkte am FairErben-Konzept sind klug
Es gibt zwei Geschichten, die in der Erbschaftsteuerdebatte gern ineinandergeschoben werden. Die eine ist das Elternhaus: ein Erbe, das Sicherheit gibt, ein Dach über dem Kopf. Die andere ist die Holding: Vermögen, das nicht nur über Generationen wächst, sondern auch über Regeln, Ausnahmen und Finanzkonstruktionen. Wer beides in einem Atemzug verhandelt, macht Politik mit Nebelkerzen.
Dass diese Nebelkerzen so gut funktionieren, hat mit der Realität der Erbschaftswelle zu tun. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fasst sie so: Die obersten zehn Prozent der Begünstigten erhalten die Hälfte aller Erbschaften und Schenkungen – Vermögensübertragung ist, wenig überraschend, extrem asymmetrisch.
Genau deshalb ist die Erbschaftsteuer weniger ein Haushaltsinstrument als eine Ordnungsfrage: Wer lebt von Arbeit, wer von Transfers? Wer trägt das Gemeinwesen, wer entzieht sich? Und ja – auch das gehört zur Wahrheit: Bei Betriebsvermögen kann „reich auf dem Papier“ heißen, dass die Kasse trotzdem knapp ist. Wer das ignoriert, liefert der Gegenkampagne die Munition frei Haus.
Die SPD versucht mit ihrem Konzept „FairErben“ eine Antwort, die diese Spannung nicht wegdrückt: breit entlasten, oben schärfer werden – und........
