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Gastbeitrag | Spaltung und Spitzenpersonal

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24.09.2021

Zwei Hauptfiguren im Wahljahr 2021 sind formell nur Nebendarsteller. Sahra Wagenknecht und Robert Habeck wurden beide nicht von ihren Parteien für Kandidaturen in der allerersten Reihe nominiert. Beide ließen unter Druck aus einflussreichen Teilen ihren Parteien anderen den Vortritt. Beide verbindet aber auch, dass ein großer Teil der Bevölkerung in und außerhalb der Kernklientel ihrer Parteien darauf mit großem Unverständnis blickt.

Über ihre Parteien begeistern sowohl die linke Wagenknecht als auch der grüne Habeck hinaus – was womöglich bereits erklärt, warum sie nach innen Widerstände erzeugen. Denn Parteien bestehen aus Mitgliedern und Aktiven und bilden daher keinen Querschnitt der Bevölkerung ab. So gibt es ein Paradox der Popularität, durch das Beliebtheit beim Volk nicht automatisch auch solche in der eigenen Partei zur Folge haben muss. Im Gegenteil sind manchmal gerade die Aktiven in einer Partei besonders denen gegenüber skeptisch, die nicht nur in den eigenen Reihen Unterstützung erfahren, sondern auch von außen Zuspruch erhalten. Groß ist die Furcht davor, dass was die Populären populär macht, im Widerspruch zu den eigenen Zielen steht und die Beliebtheit von außen, die Macht der eigenen Doktrinen durchbricht. Letzteres mag auf die Causa Wagenknecht mehr zutreffen als auf Habeck, dennoch gilt auch für ihn, dass seine Konkurrentin um die Kanzlerkandidatur, Annalena Baerbock, innerhalb der Grünen viel beliebter war als außerhalb der Partei. Baerbock gewann das innerparteiliche Duell gegen Habeck vor allem, weil diese die aktiven Mitglieder in großer Zahl hinter sich wusste.

Baerbock ist eine glaubwürdige Repräsentantin des ohnehin........

© der Freitag


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