Generation X | Wir hörten Nirvana und organisierten wilde G8-Proteste: Wer sind wir, die Generation X? |
Offenbar gibt es höhere Gewalten, die es hierzulande ganz und gar undenkbar machen, die umlagefinanzierte Alterssicherung durch den naheliegenden Einbezug von Beamtentum und Selbstständigen auf tragbarem Niveau zu stabilisieren. Aber klagen wir einmal nicht über das Reformversagen, sondern lassen wir uns einen Moment auf die Dauerdebatte um die „Rentenlast“ ein, mit der wir sozusagen abgefunden werden. Aus dieser können wir zwar wenig über sinnvolle und solidarische Politik lernen, aber immerhin auf das soziokulturelle Panorama unserer Gesellschaft blicken. Und dabei fällt etwas auf: In diesem Konzert generationenspezifischer Schuldzuweisungen findet eine Altersgruppe kaum Erwähnung, nämlich die sogenannte Generation X.
Dabei sind wir in den mittleren 1960ern und 1970ern Geborenen in Deutschland heute die zahlenmäßig stärkste Kohorte – und diejenige, die den sich zurücklehnenden Boomern (Weltkrieg bis Mitte der 1960er) nun die Rentenkohle aus dem Feuer holen muss, da man das System ja offenbar so weiterfährt wie bisher. Während die älteren Semester im High Noon der Generationendebatte hingebungsvoll auf Millennials (1980 bis Mitte der 1990er) sowie Exemplare der Gen Z (Mitte der 1990er bis Mitte der 2010er) eindreschen, spricht kaum wer über uns, die Generation X. Was macht uns aus, was treibt uns um?
Fun Fact: Wer in den westdeutschen 1970ern auf die Welt kam, ist üblicherweise nur einmal und somit ungenügend gegen Masern geimpft, weshalb viele von uns regelmäßig zu Boostern dieses Virus werden, ohne das zu ahnen. Kulturell gut abgehangen........