Die Repression im Iran wird schärfer, die Proteste größer: Wackelt Khamenei?

Als die Sicherheitskräfte am Samstag vor dem Krankenhaus der kurdischen Stadt Ilam, im Westen Irans, auftauchten, wussten alle, was passieren sollte: Verwundete Protestierende sollten festgenommen werden. Es ist ein bekanntes Muster. Doch diesmal stellten sich Menschen vor den Eingang. Sie blockierten Türen, schrien: „Dies ist ein Krankenhaus, verschwindet von hier!“

Die Szene wiederholt sich am nächsten Abend. In der Nacht von Sonntag auf Montag versuchten Spezialeinheiten des Regimes erneut, verletzte Demonstrierende aus dem Stadtkrankenhaus Ilams zu entführen. Das Khomeini-Krankenhaus war vollständig von der Revolutionsgarde umstellt, berichten Augenzeug:innen. Regimekräfte schlugen das medizinische Personal, das Widerstand leistete, und zerrten schwerverletzte Demonstrierende, die kaum noch bei Bewusstsein waren, aus dem Krankenhaus. Bislang ist unklar, wohin die Verletzten gebracht wurden und wie ihr Zustand ist.

Seit mehr als einer Woche protestieren Menschen in der Islamischen Republik Iran. Begonnen hat alles mit geschlossenen Läden in Basaren und Einkaufszentren, mit Wut über explodierende Preise, den Verfall der Währung, die alltägliche ökonomische Erstickung. Doch wie schon in den Jahren zuvor blieb es nicht bei wirtschaftlichen Forderungen. Innerhalb weniger Stunden weitete sich der Protest aus, Studierende schlossen sich an, Frauen gingen auf die Straße, in vielen Städten skandierten Menschen Parolen gegen das gesamte System.

Nach Angaben........

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