Kunst könnte Ihr Leben retten! Fünf Erkenntnisse, wie sie uns gesünder macht |
Laufen, Yoga, Meditation oder die neuesten Diäten: Die üblichen Ratschläge zur Verbesserung der mentalen und körperlichen Gesundheit haben die meisten schon ausprobiert. Aber wer hat es schon mal mit mehr kreativer Betätigung versucht? Mein Vorschlag ist, genau das in diesem Jahr auszuprobieren.
Seit unsere Vorfahren in der Altsteinzeit damit begannen, Höhlen zu bemalen, Figuren zu schnitzen, zu tanzen und zu singen, ist Kunst eng mit Gesundheit und Heilung verknüpft. Auch in den frühen Schriften aller bedeutenden medizinischen Traditionen, trifft man auf die Kunst. Wesentlich neuer sind die wissenschaftlichen Belege, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten dafür gefunden wurden, was genau die gesundheitlichen Vorteile von Kunst und Kultur sind, und wie diese sich quantifizieren lassen.
Es gibt mittlerweile über hundert Studien zu den positiven Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Regelmäßiges Singen, Tanzen, Lesen, Basteln und kulturelle Aktivitäten reduzieren nachweislich die Symptome von Angstzuständen, Depressionen und Stress bei Menschen jeden Alters. Einige Studien haben die konventionelle Behandlung einer Depression mit einer Kombination aus kreativer Therapie – etwa Musiktherapie – mit Antidepressiva und Psychotherapie verglichen. Sie legen nahe, dass depressive Symptome mit der Kombinationstherapie fast doppelt so stark gelindert werden können.
Aber Kunst kann auch schon präventiv guttun. Leute, die regelmäßig ins Theater, zu Live-Konzerten, in Museen, Galerien und ins Kino gehen, haben ein fast halb so großes Risiko, Depressionen zu entwickeln. Und das liegt nicht nur daran, dass solche Menschen tendenziell wohlhabender oder gesünder sind oder sich sowieso gesundheitsfördernd verhalten. Es ist tatsächlich unabhängig von sozio-demografischen Merkmalen, Lebensstil und den Genen.
Stattdessen haben neurowissenschaftliche Forschungen und psychologische Experimente gezeigt, dass wir unserem Gehirn durch die Beschäftigung mit Kunst das geben, was es haben will, um glücklich zu sein. Wir aktivieren damit nämlich dieselben Lust- und Belohnungszentren im Gehirn, die auch durch Essen, Sex und Drogen aktiviert werden. Dazu kommen die positiven Auswirkungen von Hormonen wie Dopamin, die unsere Stimmung verbessern.
Außerdem geben wir unserem Gehirn, was es braucht: Tanzen, Singen, Handarbeiten und Schreiben helfen dabei, unsere psychologischen Bedürfnisse zu erfüllen, die die Bausteine unserer psychischen Gesundheit sind. Dazu gehören Autonomie, Kontrolle und ein Gefühl, etwas zu können. Entscheidend ist, dass verschiedene Kunstformen uns eine wirksame Möglichkeit bieten, unsere Emotionen zu regulieren. Je nach Situation beruhigen oder beleben sie uns. Und das hilft dabei, den Stress im Leben besser abzufedern und zu bewältigen.
Für unser Gehirn sind die Künste ein sehr effizientes Training, das verschiedene Regionen einbezieht, die unter anderem an der sensorischen Verarbeitung, dem Gedächtnis, der Bewegung, der Mustererkennung und den Emotionen beteiligt sind. Mit der Zeit kann regelmäßige Beschäftigung mit Kunst die Verbindungen........