Theatertreffen 2026: Warum Bestseller und Klassiker das Theater erobern

Die Sehnsucht ist zweifelsohne da, nach großen, epischen Stoffen, die die Welt erklären und deuten. Wohl auch deswegen zeugt die aktuelle Auswahl zum Berliner Theatertreffen von einem Akzent auf Romanadaptionen.

Schon länger zeichnet sich der Trend ab, Prosa, die sich gut verkauft hat und auf breites Publikumsinteresse gestoßen ist, für die Bühne aufzubereiten. Die Hälfte der „zehn bemerkenswertesten Inszenierungen“, die für das Festival ausgewählt wurden, geht auf Prosawerke zurück – auf Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else (Wien), Il Gattopardo von Giuseppe Tomasi di Lampedusa (Zürich), Klaus Manns Mephisto (München), Thomas Melles Die Welt im Rücken (Stuttgart) und Serotonin von Michel Houellebecq (Potsdam).

Wo rührt dieses Interesse her? Eine Schwäche des Betriebs? Ist es bei Bestsellern wie Houellebecq die Versuchung, mit dem finanziellen Erfolg in der Buchbranche nun auch die eigenen, klammen Kassen zu füllen? Möglich, aber man........

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