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Bunter Mix statt alte Männer: Warum die HU ihre Nobelpreisträger entfernte

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03.05.2022

Männer, Männer, Männer. Mit langem Vollbart, mit Spitzbart, mit Schnauzbart, mit Glatze, mit Kneifer, mit Hornbrille, mit Schmiss in der Wange – meist ernst guckend. Wandelnde Männermode aus gut 120 Jahren. So präsentierte sich seit 2011 die Forschungselite der Vergangenheit in einer Porträtgalerie im Hauptgebäude der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin. Gezeigt wurden die 29 Nobelpreisträger der alten Berliner Universität – von Einstein über Planck und Schrödinger bis Mommsen.

Wissenschaftliche Weltberühmtheiten stehen ganz sicher für die große Geschichte einer Universität. Trotzdem fiel diese Porträtgalerie aus der Zeit. „Weiße Männer, die einen Nobelpreis gewonnen haben, taugen grundsätzlich nicht mehr als alleinige Identifikationsfiguren für eine Universität, deren Verständnis für wissenschaftliche Exzellenz heute viel breiter ist“, sagt Gabriele Metzler, HU-Professorin und Vorsitzende der Historischen Kommission, die eine neue Porträt-Ausstellung „Exzellenz in der Wissenschaft – Universität für die Gesellschaft“ konzipierte und plante.

Man findet die neue Galerie seit Ende April an der Stelle der alten. Wenn man über die Haupttreppe in die erste Etage kommt, in der Ausstellung „Präsidialetage“ genannt, stößt man vor dem Senatssaal auf die Bilder. Insgesamt werden mehr als 50 Personen vorgestellt, die die Geschichte der Uni auf vielfältige Weise prägten. Darunter erstmals viele Frauen – „weiße Frauen“, um die Begrifflichkeit von Gabriele Metzler aufzugreifen.

Zu sehen ist etwa Agnes von Zahn-Harnack, die erste reguläre Studentin der Berliner Universität von 1908. Heute sind 58 Prozent der Studierenden an........

© Berliner Zeitung


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