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Vielfach ausgezeichnet, weltweit bekannt: Künstlerin Henrike Naumann ist tot

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16.02.2026

Die Künstlerin Henrike Naumann ist tot, sie starb mit 41 Jahren. Das ifa-Institut für Auslandsbeziehungen teilte dies mit. Sie sei nach kurzer schwerer Krankheit am 14. Februar gestorben, an einer Krebserkrankung, die sie zu spät erkannte.

Henrike Naumann, geboren 1984 im sächsischen Zwickau, damals DDR, hätte in diesem im Mai zusammen mit der Berliner Künstlerin Sung Tieu, Kind vietnamesischer Vertragsarbeiter, den Deutschen Pavillon auf der 61. Kunstbiennale in Venedig im Mai vertreten sollen, die Kuratorin ist Kathleen Reinhardt, die seit 2024 das Berliner Kolbe Museum leitet. Drei Frauen aus dem Osten also.

Drei Ostfrauen aus Berlin im deutschen Pavillon der Venedig-Biennale

Diese Ausstellung sollte für Naumann eine der wichtigsten Stationen ihres künstlerischen Schaffens werden, gilt die Venedig Biennale neben der documenta in Kassel doch als bedeutendste Präsentation zeitgenössischer Kunst. Henrike Naumann wird dort präsent sein, auch wenn sie es nicht mehr erleben kann. „Es war ihr wichtig, die Arbeit konzeptionell zu vollenden und fertig zu stellen, damit sie gemäß Naumanns künstlerischer Vision in Venedig umgesetzt wird“, teilte das ifa-Institut mit.

Henrike Nauman, studierte Bühnenbild in Dresden und anschließend Szenografie an der Filmhochschule in Babelsberg. Und das merkt man ihrer Kunst an. Sie baut im Grunde Kulissen. „Meine Ausstellungen sind eigentlich wie Theaterproduktionen“, sagte sie einmal. „Die Möbel bringen mich immer zu Menschen.“ Ihr Material findet sie über Kleinanzeigen im Internet.

Henrike Naumann stellte auf der ganzen Welt aus

Es geht ihr dabei um die Verbindung der Menschen mit der Geschichte, um Gesellschaft und Politik. Henrike Naumann hat sich mit der Abwicklung von DDR-Betreiben durch die Treuhand, dem Nationalsozialismus oder den Ideologien der Reichsbürger auseinandergesetzt. „Ihr Gespür mit starker ästhetischer Bildsprache auf konkrete geopolitische Dynamiken zu reagieren und Kunst als Brücke zwischen Kulturen zu denken, zeigte sich immer wieder“, schreibt das ifa-Institut. Dafür war sie vielfach ausgezeichnet und mit Ausstellungen auf der ganzen Welt geehrt worden.

„Mit Henrike Naumann verlieren wir nicht nur eine bedeutende Vertreterin der deutschen Gegenwartskunst, sondern auch eine warmherzige, wache und hoch engagierte Persönlichkeit“, wie das Ifa-Institut schreibt.


© Berliner Zeitung