Harry Styles verkauft Socken am Berliner Kudamm 69: Knutschen, Disco, Glamour

Berlin atmet den Frühling – und in der Luft liegt plötzlich auch dieser Geruch von Freiheit, Federboas und teurem Parfüm. Der „Styles-Zirkus“ macht Station in der Stadt. Harry Styles, der Mann, der Männlichkeit per Pop und seinem Style neu definiert hat, indem er sie in Pailletten gehüllt hat, kehrt zurück in sein deutsches Wohnzimmer. Sozusagen. Schließlich macht er es sich hier regelmäßig gemütlich – ob im Berghain, beim Marathon oder beim Schrippenholen am Rosenthaler Platz.

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Am kommenden Freitag, dem 6. März, erscheint Harrys neues Werk mit dem verheißungsvollen Titel „Kiss all the time. Disco, occasionally.“ Knutscherei die ganze Zeit – und gelegentlich auch clubben gehen. Ein Titel, der wie ein Mantra für diese Stadt klingt – ein Ort, an dem das Küssen politisch und die Disco eine überlebenswichtige Lebenseinstellung ist.

Nicht nur in Fankreisen hält sich hartnäckig das Gerücht, Styles habe, so wie einst David Bowie und nach ihm viele andere mehr, Teile des Albums in den legendären Hansa Studios (oder vielleicht sogar versteckten Hinterhof-Studios in Neukölln) aufgenommen, um genau diesen rauen, melancholischen und doch tanzbaren Vibe einzufangen.

Harry Styles scheint das Unperfekte an Berlin zu lieben

Ob es stimmt? In der Pop-Welt zählt der Mythos oft mehr als die Quittung des Tontechnikers. Es ist die Sehnsucht nach dieser ganz speziellen Berliner Melancholie, die Harry Styles und diese Stadt verbindet. Fest steht jedenfalls: Berlin ist eine von weltweit nur 16 Auserwählten. Während Metropolen wie New York, Tokio oder Paris natürlich gesetzt sind, zeigt die Wahl von Berlin erneut, dass die Verbindung zwischen dem britischen Superstar und der deutschen Hauptstadt keine einseitige Romanze ist.

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Styles scheint das Unperfekte hier zu lieben, das Understatement zwischen Currywurstbude und High Fashion – und wir lieben ihn dafür, dass er für ein paar Tage den großen, bunten Glamour an den Kurfürstendamm bringt. Dort, unter der Hausnummer 69, manifestiert sich das neue Album für drei Tage in einem Pop-up-Store. Wenn man Styles-Jünger fragt, geht es dabei freilich um weit mehr als nur den bloßen Konsum von Stoff und Plaste.

Der Harry-Styles-Pop-up-Store wird voraussichtlich zum Pilgerort für eine Generation, die sich nach physischer Greifbarkeit in einer zunehmend digitalen Welt sehnt. Das Angebot reicht von limitierten Musikprodukten bis hin zu discoid-modischem Merchandise, das sogar eine lokale Note bekommt: Es soll Crewneck-Shirts geben, deren Design sich direkt auf die deutsche Sprache bezieht – Harrys ganz persönliches „Ich bin ein Berliner“.

Von Hoodies über Slipmats bis hin zu Socken und sogar Uhren ist alles dabei, was das Fan-Herz begehrt, um die Ära von „Kiss all the time. Disco, occasionally.“ gebührend einzuläuten. Wer Teil dieser glitzernden Berliner Episode sein will, sollte sich (wie kürzlich auch beim Style’schen Listening-Event im Neuköllner Rough-Trade-Plattenladen) auf Warteschlangen einstellen, die den Kudamm hoffentlich in eine bunte, friedliche Fan-Meile verwandeln werden.

Für ein bisschen „Disco, occasionally“ nimmt man in dieser Stadt alles in Kauf. Denn am Ende des Tages ist es Harrys Welt – wir dürfen darin nur kurz tanzen. Ob er wohl auch mal in seinem Store am Kudamm vorbeischaut? Wenn nicht, hilft wohl bloß knutschen und tanzen. So wie eigentlich fast immer.Service-Hinweis: Der Pop-up-Store befindet sich am Kurfürstendamm 69. Die Öffnungszeiten für die Allgemeinheit: Freitag, 6. März 2026, 16–21 Uhr; Samstag, 7. März, 11–18 Uhr; Montag, 9. März, 16–20 Uhr.


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