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Warum Berlin das Sony Center völlig unterschätzt: Eine Liebeserklärung

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23.06.2022

Es gibt die Meditationsform des Achtsamen Zuhörens und nirgendwo passt sie besser als auf dieser langen Metallbank mitten im Sony Center am Potsdamer Platz. Sie geht so: Legen Sie sich auf den Rücken, genug Platz ist hier eigentlich immer; schließen Sie die Augen, konzentrieren Sie sich auf die Berührungspunkte mit dem Metall. An welcher Stelle berührt der Rücken die kalte Liegefläche? Dann hören Sie genau hin, das ist jetzt wichtig: Keines der Geräusche sollte eine Wertung erzeugen, weder Zustimmung noch Ablehnung, lassen Sie die Geräusche durch sich durchfließen.

Bei einem Krankenwagen hören Sie nur die Sirene, nur an das Geräusch, es geht nicht um das Leben, das wahrscheinlich gerade gerettet werden muss. Bei einer schrillen Kinderstimme (Eis! Eis! Eis!), denken Sie nicht daran, ob dieser Wunsch wohl erfüllt wird. Wenn die Eltern etwas rufen („Wir hatten doch gerade erst Eis!“) dann löst das ebenso nichts aus. Es geht Sie nichts an. Genauso wenig wie das sanfte Rauschen, das vom benachbarten Tiergarten kommt. Oder kommt es vom Springbrunnen nebenan? Oder doch von der Straße? Ist es das Rauschen vom Straßenverkehr?

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Das Sony Center........

© Berliner Zeitung


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