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Ex-Moslem in Neukölln bedroht: „Was fällt dir ein, den Propheten zu beleidigen!“

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21.07.2022

Amed Sherwan beginnt zu rennen, als die Ampel am Hermannplatz auf Rot schaltet. Es ist 12.30 Uhr, Dienstagmittag, er ist zu Fuß unterwegs auf dem Kottbusser Damm Richtung Süden, davor hatte er bei seinem Lieblings-Kurden Reis mit Okra-Schoten gegessen und jetzt will er weiter Richtung Sonnenallee, arabischen Kaffee trinken, mit Kardamom. Als er über die Ampel rennt, überholt ihn ein Mann und beginnt direkt, ihn anzuschreien: „Ich habe dich in der Doku auf Arte gesehen, was fällt dir ein, den Propheten zu beleidigen!“ So erzählt es Sherwan am nächsten Tag am Telefon.

Sherwans Lebensgeschichte ist bekannt, er hat sie in einem Buch aufgeschrieben: „Kafir: Allah sei Dank bin ich Atheist“. Mit 15 Jahren hat der irakische Kurde auf Facebook geschrieben, dass er als Atheist leben möchte, da wohnte er noch in der Hauptstadt Erbil. Sein Vater zeigte ihn an, Amed Sherwan kam in ein Gefängnis, wurde gefoltert, wegen Gotteslästerung verurteilt – und floh schließlich über Umwege nach........

© Berliner Zeitung


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