We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Divers, international und ein bisschen flirty: Die Rainbow Daddies in Berlin

1 0 0
01.07.2022

Neulich holte Holger seinen Sohn von der Schule ab. Der Junge geht in die dritte Klasse und Holger war schon in Hörweite, als er mitbekam, wie der Sohn von zwei Fünftklässlern geärgert wurde. „Das ist voll schwul“, rief einer von ihnen. Der Sohn antwortete: „Schwul ist kein Schimpfwort, Mann!“ Der Vater war ein bisschen stolz auf seinen Sohn, da rief der Fünftklässler: „Oh Gott, hast Du etwa auch Religion bei Frau Pinkert?“ Sein Sohn: „Nein, meine Väter sind schwul und das ist total okay.“

Holger erzählt die Geschichte an diesem Montag im Café am Neuen See. Es ist einer dieser warmen Abend, an dem die T-Shirts bei vielen Gästen am Körper kleben bleiben und eine leichte Brise ab 22 Uhr verrät, dass es bald richtig stark regnen wird. An einem der Holztische sitzen bei Alster, Schorle und Weizen-Alkoholfrei 18 Männer, von denen alle Kinder haben, obwohl sie nicht mit den Müttern zusammen waren oder sind. So lässt sich die Situation von schwulen Vätern vielleicht am besten beschreiben. Der Gay-Daddies-Stammtisch findet einmal im Monat statt, immer an wechselnden Orten, diesen Monat eben in Tiergarten.

Manga Manga-Trend: Wann ist ein Mann ein Mann?

Liebe & Sex Beziehungsende: Warum ich auf Trauerarbeit keinen Bock mehr habe

Nachdem Holger die Schulgeschichte erzählt hat, berichtet ein anderer von seiner 18-Jährigen, die neulich ihren ersten Freund mitbrachte: „Der Typ war 19 und ich merkte, ich bin wahrscheinlich der Aufgeregteste am Tisch im Restaurant.“ Dann erzählt ein Pflegevater, wie sein Sohn die beiden Väter in der U-Bahn immer gleich outet: „Hey Papa und Papi! Schaut mal!“ Neulich hätte eine neugierige Frau gefragt, wo denn die........

© Berliner Zeitung


Get it on Google Play