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Biologika: Was steckt hinter den Medikamenten aus dem Labor?

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20.09.2021

Bonn/Stuttgart - Ein Mensch mit Diabetes „verbraucht“ pro Woche etwa ein Schwein – diese Faustregel galt laut dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie noch in den 1980er-Jahren. Damals wurden tonnenweise Schweinebauchspeicheldrüsen in Fabriken gefahren, um Insulin für Diabetiker herzustellen.

Der schwierige Herstellungsprozess war wenig ergiebig: Aus einer Tonne Schweinematerial konnten nur knapp über 100 Gramm Insulin gewonnen werden. Auch Bauchspeicheldrüsen von Rindern kamen zum Einsatz. Doch diese Zeiten sind vorbei.

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Heute finden sich kein Schwein und Rind mehr in Insulin. Stattdessen wird es längst gentechnisch mithilfe von sogenannten Designer-Mikroorganismen hergestellt. Dieses künstlich hergestellte Insulin ähnelt in der molekularen Struktur dem menschlichen Insulin fast bis aufs letzte Detail und ist ein Beispiel für ein weit verbreitetes Biologikum.

In der Medizin werden mittlerweile viele Arzneimittel auf diese Art und Weise hergestellt. Neben Diabetes sind etwa entzündliche Autoimmunerkrankungen wie eine rheumatoide Arthritits oder Krebsleiden Einsatzgebiete für Biologika.

In den allermeisten Fällen werden gentechnisch veränderte Bakterienstämme dazu angetrieben, Stoffe herzustellen, die körpereigenen Stoffen sehr ähneln. Aufgrund ihrer biotechnologischen Herstellung und Ähnlichkeit zu biologisch vorkommenden Stoffen nennt man sie Biologika oder........

© Berliner Zeitung


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