Autofahrer können endlich aufatmen: Elsenbrücke ist bald doppelt so breit |
Jetzt kommt die Verkehrsfreigabe früher als erwartet. In wenigen Tagen soll die Fahrbahn-Kapazität der überlasteten Spreequerung zwischen Treptow und Friedrichshain verdoppelt werden. Das hat die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin am Mittwoch mitgeteilt.
Schon bald wird es auf der Elsenbrücke für Kraftfahrer statt einem zwei Fahrstreifen pro Richtung geben. Die Asphaltierungsarbeiten haben am 9. März begonnen, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Nun geht es weiter.
Vom 12. bis 15. März finden die entscheidenden Arbeiten statt. Am Freitag wird der neue Geh- und Radweg stadtauswärts in Richtung Treptow freigegeben. Er befindet sich auf der ersten Hälfte der neuen Elsenbrücke. Spätestens ab Freitagabend dürfen auch Autos, Lkw, Busse und Motorräder das neue westliche Teilbauwerk nutzen, hieß es.
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In Richtung Friedrichshain beginnen die Arbeiten am Sonnabend. Dafür wird die Spreequerung, die nach der alten Bezeichnung für Erlenbäume benannt worden ist, in dieser Fahrtrichtung für die meisten Kraftfahrzeuge gesperrt. „Der Rad- und Fußverkehr sowie der öffentliche Verkehr können die Brücke in dieser Zeit weiter benutzen“, so die VIZ. „Die Arbeiten werden am Sonntag abgeschlossen.“
Direkt nach dem Ende der Maßnahme wird die Elsenbrücke für den Verkehr stadteinwärts wieder freigegeben. Spätestens Montag (16. März), 6 Uhr, stehen zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird“, so Bonde. Zuletzt hatte es geheißen, dass das erste neue Teilbauwerk im Januar fertig würde. Schnee und Frost haben jedoch auch auf dieser Baustelle die Arbeiten verzögert.
„Alle beteiligten Baufirmen haben unter Hochdruck an einer schnellstmöglichen Umsetzung gearbeitet“, sagte Ute Bonde. „Auch während des langen andauernden Frostwetters haben sie und unsere Planerinnen und Planer alles dafür getan, dass die Zahl der Fahrstreifen verdoppelt werden kann. Den beteiligten Baufirmen, den Expertinnen und Experten aus meinem Hause gilt mein großer Dank. Ganz besonders danke ich aber den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihre Geduld.“
Mit der Kapazitätsverdopplung könnte sich die Lage in diesem Teil des Berliner Ostens entspannen, hofft die Verkehrssenatorin. Schon länger stockt rund um die Elsenbrücke regelmäßig der Verkehr. Seit der Eröffnung der Autobahn A100 von Neukölln zur Straße Am Treptower Park Ende August 2025 hat sich die Stausituation spürbar verschärft.
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Einer der größten Schäden dieser Art in Berlin
Davon sind auch Busfahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) betroffen – vor allem auf den Linien M43, 165 und 194. Immer wieder gibt es Verspätungen, zum Teil um bis zu eine halbe Stunde.
Rückblende: Am Morgen des 30. August 2018 kam die böse Überraschung. Als die Ingenieure, die tags zuvor mit einer Bauwerksprüfung begonnen hatten, zur Elsenbrücke zurückkehrten, erschraken sie. Durch den südöstlichen Überbau des Spannbetonbauwerks zog sich ein Riss, der in den vergangenen Stunden entstanden war. Er war bis zu 1,8 Millimeter breit, bis zu 14 Zentimeter tief und 28 Meter lang. Einer der größten Schäden dieser Art in Berlin.
Von den rund 600 Stahlseilen der Spannkonstruktion waren offenbar einige gerissen. Fachleute sprachen von „Totalversagen“ der Brücke, die von 1965 bis 1968 gebaut worden war. Die Litze bestanden aus Hennigsdorfer Spannstahl, der als korrosionsrissgefährdet gilt. Eine erste Teilsperrung des irreparabel geschädigten Bauwerks folgte, später der Abriss. 2022 wurde eine zweiteilige Behelfsbrücke eröffnet. Heute bietet sie Kraftfahrzeugen pro Richtung je einen Fahrstreifen.
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Inzwischen ist das erste neue Teilbauwerk der neuen Elsenbrücke fertig. Wenn weitere Arbeiten abgeschlossen sind, wird es in diesem Bereich sogar drei Fahrstreifen pro Richtung geben – ab Ende Juni 2026.
Ob und wann die bisher geplante östliche Brückenhälfte gebaut wird, ist weiterhin ungewiss. Wie berichtet prüft die Autobahn GmbH des Bundes, wie die Verlängerung der A100 nach Friedrichshain und Lichtenberg die Spree queren wird. Dies könnte das Projekt betreffen.
Wenn der 17. Bauabschnitt des Stadtrings den Fluss überbrückt, wäre in diesem Bereich kein Platz mehr für eine Stadtstraßenbrücke. Wenn die A100 die Spree in einem Tunnel unterquert, der in offener Bauweise entsteht, könnte die Elsenbrücke bis zum Abschluss dieser Arbeiten nicht komplettiert werden. Die Verantwortlichen in der Senatsverwaltung hoffen, dass dies bis zum Sommer entschieden wird.