Warum skurrile Betontrümmer in der Müggelspree liegen

Spaziergänger zwischen Salvador-Allende-Brücke und Spreetunnel in Köpenick wundern sich derzeit über Bagger und Betontrümmer im Wasser. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Spree-Havel reißt hier die alte Uferkante ab, um die Müggelspree ökologisch aufzuwerten. Die Maßnahme soll die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie erfüllen und den Zustand des Gewässers von unbefriedigend auf gut heben.

Kiesbänke und Raum für Wasservögel

Im Rahmen des Programms Blaues Band Deutschland weicht die Betonmauer einer naturnahen Gestaltung. Technisch-biologische Bauweisen wie aufgeschüttete Kiesbänke, Kokosfaser-Röhrichtwalzen und Xylitwalzen sichern künftig das Ufer. Totholz darf sich wieder ansammeln, zudem entstehen Trittsteine für Wasservögel, die das Nisten erleichtern sollen. Von den drei Bauabschnitten ist der erste bereits fertig. Bis Ende 2026 sollen alle Arbeiten beendet sein.

Keine Bauzäune trotz Verbot

Obwohl das Betreten der Uferzone und Anlegen verboten sind, gibt es keine Absperrungen. Der Grund ist pragmatisch: Laut WSA-Sprecher Björn Röske landen Bauzäune in Berlin oft schon nach wenigen Tagen im Wasser.


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