Neuer Name für Park am Innsbrucker Platz: Wer war Erna Proskauer? |
Die bisher namenlose Grün- und Erholungsanlage am Innsbrucker Platz in Tempelhof-Schöneberg trägt nun offiziell den Namen Erna-Proskauer-Park. Wie das Bezirksamt mitteilte, fand die feierliche Benennung am 23. März 2026 im Beisein der zuständigen Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck sowie rund 30 Gästen statt, darunter Familienangehörige, Pressevertreter und Bezirksverordnete.
Der Schritt geht auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 25. August 2021 zurück und reiht sich in die Praxis des Bezirks ein, Straßen, Plätze und Grünanlagen verstärkt nach Frauen zu benennen.
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Die Namensgeberin Erna Proskauer war eine Juristin, die 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst gedrängt wurde und emigrieren musste. Nach ihrer Rückkehr nach West-Berlin im Jahr 1953 arbeitete sie ab 1957 als Rechtsanwältin und unterstützte vor allem Verfolgte des Nationalsozialismus bei deren Entschädigungsanträgen. Nachdem ihr Versuch, in den staatlichen Richterdienst zurückzukehren, in den 1950er-Jahren endgültig abgelehnt worden war, praktizierte sie bis zu ihrem 85. Lebensjahr als Anwältin und Notarin.
Im Jahr 1989 veröffentlichte sie ihre Autobiografie und wurde 1995 für ihre Verdienste um die Berliner Justiz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.