Wie schon Hertha BSC: 1. FC Union Berlin beißt sich am DFB die Zähne aus |
Als Fußball-Zweitligist Hertha BSC vor etwas mehr als einem Monat noch Hoffnungen auf den Aufstieg in die Bundesliga hatte, tat die Sperre gegen Angreifer Dawid Kownacki richtig weh. Der Pole hatte im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 (2:2) seinem Gegenspieler mit Anlauf von hinten in die Hacken getreten. Schiedsrichter Florian Lechner zückte sofort die Rote Karte, vermerkte das Einsteigen Kownackis im Spielberichtsbogen als Tätlichkeit.
Das DFB-Sportgericht verhängte letztlich ein Strafmaß von drei Spielen Sperre, begründete dies mit „einer Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall“. Hertha wollte sich mit diesem Urteil nicht zufriedengeben, legte Einspruch ein, wurde vom Verband aber abgewiesen. In den Partien gegen Hannover 96 (2:3) und in Paderborn (2:5) wurde der 28-Jährige besonders schmerzlich vermisst.
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1. FC Union Berlin: Warum die Krise auch eine Chance birgt
Nun muss auch der 1. FC Union Berlin in einer sportlich schwierigen Phase einen Spieler ersetzen. András Schäfer hatte bei der 1:4-Niederlage gegen Werder Bremen schon nach 19 Minuten wegen eines groben Foulspiels die Rote Karte gesehen. Hier verhängte das DFB-Sportgericht zu Wochenbeginn eine Sperre von zwei Partien. Die Köpenicker legten Einspruch ein.
Wie beim Stadtrivalen zuvor kannten die Verantwortlichen in Frankfurt am Main aber keine Gnade. Schäfer bleibt für die anstehenden Spiele in Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr) und München (21. März, 15.30 Uhr) gesperrt, darf erst nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (5. April, 15.30 Uhr) wieder auf dem Rasen ran.
Schäfer sieht zum dritten Mal glatt Rot
Für den 26-Jährigen war es im 104. Pflichtspiel im Union-Dress bereits die dritte Rote Karte. In der Saison 2022/23 war er in der Europa-League-Gruppenphase im Auswärtsspiel in Malmö wegen einer Notbremse vorzeitig unter die Dusche geschickt worden. In der Vorsaison sah er bei der 2:3-Niederlage in Stuttgart ebenfalls Rot.
Die Verantwortlichen des 1. FC Union Berlin dürften derweil in erster Linie damit hadern, dass das Strafmaß im ligaweiten Vergleich aktuell nur schwer zu verstehen ist. Dortmunds Nico Schlotterbeck, früher selbst für die Köpenicker am Ball, sah nach einem brutalen Einsteigen im Topspiel gegen den FC Bayern (2:3) beispielsweise nur die Gelbe Karte. Wolfsburgs Ersatztorhüter Marius Müller hatte nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende eine komplette Rudelbildung mitangezettelt, sah Rot, wurde aber nur für ein Spiel gesperrt.