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Mein Kind will nicht schlafen: Was kann ich tun?

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19.09.2021

Berlin - Schlaf, Kindlein, schlaf – doch endlich mal ein!

Kaum ein Thema ist unter Eltern so ein Dauerbrenner wie der Schlaf des Nachwuchses. Schläft das Kind alleine? Schläft es durch? Wie oft wird es wach? Kommt es noch ins Elternbett?

Jede Familie findet ihren eigenen Weg, durch die Nacht zu kommen. Und wenn es für alle entspannt ist, muss sich niemand daran stören. Aber: „Sobald Sie merken, dass Sie oder Ihr Kind nicht ausgeruht aufstehen, sollten Sie handeln“, rät Kindertherapeut Christian Lüdke. Er hat selbst zwei Kinder und weiß, was es bedeutet, wenn der Nachwuchs und die Nachtruhe einem den letzten Nerv rauben.

Jetzt hat der Experte ein Buch* über Kinderschlaf geschrieben, in dem er den wissenschaftlichen Stand darlegt und auch aufzeigt, was gesunder Schlaf ist und ab wann man ein Problem hat.

Im Interview mit der Berliner Zeitung erklärt der Therapeut außerdem, was die Anzeichen für schlechten Kinderschlaf sind und was Eltern tun können, damit alle zur Ruhe kommen.

Lüdke: Das merkt man meistens tagsüber, wenn das Kind unruhig oder aggressiv wirkt. Ebenso kann es besonders müde sein, lust- und antriebslos. Wenn so ein Zustand länger als sechs Wochen anhält, spricht man von Schlafproblemen. Daraus kann eine Schlafstörung entstehen, die im Zweifel therapiert werden muss.

Wacht ein Kind mehrmals pro Nacht auf und braucht Sie dann, um wieder zur Ruhe zu kommen, sollten Sie auch Gegenmaßnahmen ergreifen.

Dass Kinder ab und zu schlecht schlafen, liegt daran, dass sie die Erlebnisse des Tages verarbeiten. Das ist in Ordnung. Und in solchen Phasen, darf das Elternbett auch exklusiver Zufluchtsort sein – bei Gewitter, Alpträumen, Monstern unterm Bett.

Lüdke: Die Gründe können vielfältig sein und es gilt, sehr aufmerksam hinzuschauen. Toben Sie beispielsweise noch vor dem Zubettgehen? Werden Videos geschaut? Beides sind klassische Schlafräuber, weil sie dafür sorgen, dass das Kind nicht zur Ruhe kommt. Dabei ist genau das am Abend wichtig.

Und man muss sich folgendes klar machen: Wenn ein Kind alleine schlafen soll, muss es die Sicherheit haben, dass Mama und Papa trotzdem da sind, obwohl sie nicht zu sehen sind. Das ist eine immense Vertrauensleistung, weil das Kind Stress und Angst empfindet, wenn niemand weiter da ist. So etwas will gelernt sein, das kommt nicht von alleine.

Weitere Stressfaktoren können sein: Streit, Überforderung, Ängste, ein Umzug, sich anschweigende Eltern, ein neues Geschwisterchen. Oftmals äußert sich so etwas schon im Laufe des Tages durch Bauchweh. Kinder sind Symptomträger, sie zeigen, wenn etwas nicht stimmt, können es aber oftmals nicht benennen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist bei alldem die Verunsicherung: Eine ungewohnte Situation, die das Kind nicht einordnen kann.

Wenn ein Kind nun schlecht schläft – ob zu viel oder zu wenig – kann es auch dadurch bedingt sein, dass es sich zu........

© Berliner Zeitung


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