Ukraine-Konferenz in Berlin: Viel Pathos, viele Drohnen und keine Exit-Strategie
Der Blick auf die Bilder im Eingangsbereich des Kinos Colosseum setzt den Ton, noch bevor hier jemand seine Jacke ausgezogen hat. Russische Sicherheitskräfte umzingeln friedliche ukrainische Dorfbewohner, krimtatarische Aktivisten werden vor ein Moskauer Gericht geführt, maskierte FSB-Agenten stehen neben frierenden ukrainischen Kindern.
Vier Jahre nach Beginn der Invasion bestimmt der Ukraine-Krieg die Szenerie am Montag an der Schönhauser Allee. Die Konferenz „Cafe Kyiv“, ausgerichtet von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), bringt bereits zum vierten Mal Politik, Militärs, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen. In Prenzlauer Berg war anlässlich des Jahrestags zudem hoher Besuch erwartet: Bundeskanzler Friedrich Merz ließ sich die Ukraine-Konferenz im Osten Berlins nicht nehmen.
Vier Jahre Krieg: Merz setzt auf Pathos und Polarisierung
Merz, der sich leicht verspätet hat, spricht im halb vollen Kinosaal von „vier monströsen Kriegsjahren“. Hinter dieser „schlichten Zahl“ stünden „unzählige Menschenschicksale“. Russland befinde sich „unter dieser Führung auf dem Tiefpunkt der tiefsten Barbarei“. Russland sei für Merz das merkwürdigste Land, weil man dort die tiefste Barbarei neben der höchsten Zivilisation finde. Eine polarisierende Wortwahl, die der Kanzler wählt und die den Sound der gesamten Konferenz prägt.
Auch die Chefin der KAS, Annegret Kramp-Karrenbauer, symbolisch in Ukraine-Blau, schlägt beim diesjährigen „Cafe Kyiv“ in dieselbe Kerbe. „Wir dürfen uns nicht täuschen, das ist nicht nur ein Vernichtungskrieg gegen die Ukraine und die Menschen in der Ukraine. Es ist auch ein kultureller Krieg gegen das, was wir den Westen nennen.“ Die frühere CDU-Chefin und Verteidigungsministerin meint, der Westen sei nach wie vor so attraktiv, dass weltweit Menschen dafür auf die Straße gehen und ihr Leben aufs Spiel setzen würden. Konkrete Beispiele nennt die Saarländerin aber........
