Proteste gegen das Mullah-Regime: Die Menschen im Iran riskieren alles – und Europa schweigt

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Geschlossene Geschäfte, leere Basare, Streiks in mehreren Städten: Händler in Teheran und anderen Teilen des Landes greifen zu einem Mittel, das im Iran selten ist – dem offenen wirtschaftlichen Stillstand als politischem Signal.

Während hierzulande das neue Jahr in politischer Routine und Stabilität beginnt, riskieren Menschen im Iran Tag für Tag ihr Leben. Sie gehen auf die Straße, schließen ihre Geschäfte, streiken, rufen Parolen – wissend, dass jeder Schritt registriert wird, jede Stimme Folgen haben kann. Was sich derzeit im Iran entlädt, ist kein spontaner Ausbruch von Wut, sondern Ausdruck eines Freiheitswillens, den das Regime seit Jahrzehnten mit systematischer Gewalt unterdrückt.

Auslöser der Proteste ist der drastische Verfall der iranischen Währung. Innerhalb eines Monats verlor der Rial rund zwanzig Prozent an Wert. Preise lassen sich seither kaum noch kalkulieren, importierte Waren werden unbezahlbar. In Teheran, Isfahan, Shiraz und Ahvaz schließen Geschäfte, Basare stehen still. Was als wirtschaftlicher Protest beginnt, wird binnen kurzer Zeit politisch. Denn im Iran ist die Wirtschaft nicht vom System zu trennen: Inflation, Verarmung und Perspektivlosigkeit sind keine Naturereignisse, sondern das Ergebnis eines Regimes, das seine Ressourcen systematisch für Repression, Überwachung und externe Konflikte einsetzt und sie der eigenen Bevölkerung entzieht.

Das Mittel gegen die Ohnmacht der Menschheit – oder: Der Weg zu einer Weltfriedensordnung

03.01.2026

Die Parolen der Demonstranten lassen keinen Interpretationsspielraum. Sie richten sich nicht an einzelne Institutionen, sondern gegen die Islamische Republik als System. Gegen........

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