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Maeckes: „Ich liebe dich nicht, du liebst mich nicht!“

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11.06.2021

Berlin - Eigentlich passt er gar nicht in die hiesige HipHop-Szene. Seine Kleidung ist viel zu elegant, die Beats viel zu experimentell, der Gesang viel zu flüssig. Und die Themen? Schwer und zugleich leicht, sofern man die poetischen Zeilen, die Markus Winter mit einer gewissen Lässigkeit reimt, richtig deutet. Ja, abgesehen von seinem an einen Burgerladen erinnernden Künstlernamen Maeckes, ist Winter eine Rose im Garten des Rap. Das dachte zumindest die Autorin dieses Textes, als sie ihn vor acht Jahren zu einem Interview in einem Schloss in Stuttgart traf. Winter war damals 30, kam gerade von einer Auslandsreise mit der Non-Profit-Organisation Viva Con Agua in seine Heimatstadt zurück, ehe er nach Berlin-Schöneberg zog.

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Parallel arbeitete er an seinem Album „Zwei“. Inspiriert von seinen vorherigen Mixtapes und Alben, war es melancholischer und stellenweise tiefsinniger als etwa die Tracks mit Rapper Plan B, die Platten mit seiner Gruppe Die Orsons oder die Single mit dem Musiker Marteria. Doch der große Erfolg wollte erst später kommen – als Die Orsons, wie Label-Kollege Cro, überhaupt nicht mehr aus den Charts wegzudenken waren und Winter 2016 mit der LP „Tilt“ folgte, mit einer deutlichen Mischung aus Pop und Rap, mit Beats zum Feiern.

„‚TILT‘ war für mich inhaltlich ein schweres, dunkles Album, das wir musikalisch aber sehr locker gelöst haben“, erklärt Winter, als wir uns bei Universal Music in Friedrichshain wiedersehen. „Und vielleicht trifft am besten diese Metapher zu: Ich besuche eine Beerdigung,........

© Berliner Zeitung


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