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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfung und Gürtelrose?

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21.06.2021

Berlin - Herpesviren sind Profis im Versteckspielen. Es gibt eine ganze Reihe von ihnen, die den menschlichen Körper infizieren, und sich danach für immer in verschiedene Zelltypen zurückziehen – wo sie in einem Ruhezustand verharren, um vom Immunsystem nicht erkannt und attackiert zu werden. Wie das typische Herpes-simplex-Virus-1, das laut einer Studie im Plos One rund zwei Drittel aller Menschen unter 50 Jahren in sich tragen und zu unangenehmen Bläschen im Mund- und Gesichtsbereich führen kann. „Es gibt noch acht weitere humane Herpesviren“, erklärt Benedikt Kaufer, Projektleiter der Gruppe „Virale Integration, Tumorigenese und Virus-Evolution“ an der Freien Universität Berlin. „Entsprechend unterschiedlich sind die Krankheitsbilder, die sie verursachen können, wie Pfeiffersches Drüsenfieber bis hin zu Krebserkrankungen“, sagt er.

Das Varizella-Zoster-Virus, das Windpocken verursacht und bei einer Reaktivierung zu Gürtelrose führen kann, hinterlegt ihr Erbgut im Zellkern der sensorischen Ganglien, also den Nervenzellbündel des peripheren Nervensystems. „Das Erbgut ist größtenteils stillgelegt, so dass keine und nur ganz wenig virale Proteine exprimiert werden. Es ist also wie in einem Dornröschenschlaf“, so Kaufer. Das Immunsystem helfe in gewissem Maße mit, dass das Virus nicht aufwacht, zum Beispiel, in dem es Interferone ausschüttet, die antiviral wirken.

Es gibt jedoch bestimmte Trigger, die Herpesviren wachrütteln können: wie zum Beispiel UV-Strahlung, Fieber, Medikamente, Chemikalien, Infektionen oder Stress - allesamt Faktoren, die das Immunsystem schwächen können. „Sie können die virale Genexpressionen anregen und dazu führen, dass das Herpesvirus anfängt, sich zu replizieren und Viruspartikel vom Zellkern der Nervenzellen in Richtung Haut zu transportieren.“ Die Folge: Bei Herpes Zoster tritt der charakteristische Hautausschlag zum Vorschein: brennend, juckend, extrem schmerzhaft – und ansteckend. Nervenentzündungen können auch nach Abklingen des Ausschlags längere Zeit andauern, was postherpetische Neuralgie genannt wird.

„Das Varizella-Zoster-Virus reaktiviert in der Regel nur........

© Berliner Zeitung


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