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Ein Pro und Contra: Haben wir die Pandemie bereits überstanden?

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17.05.2021

Berlin - Erleben wir gerade das Ende der Pandemie? Können wir uns auf den Sommer freuen? Die Inzidenz-Werte geben jedenfalls Hoffnung auf normale Sommermonate, das sagt sogar Christian Drosten. Oder trügt die Vorfreude? Ein Pro und Contra.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Diese Woche im Blatt:
Steffen Uhlmann war einer der ersten ostdeutschen Reporter beim Spiegel. Für Ruhm ging er auf Stasi-Jagd

Ist Gendern die Lösung? Unser Autor sagt „Nein“ und zeigt, warum. Auftakt einer Serie über gerechte Sprache

In Israel eskaliert der Konflikt. Unsere Autorin berichtet aus Tel Aviv

https://berliner-zeitung.de/wochenendausgabe

Dreißig Jahre vor Corona, die Avus war nebenberuflich noch eine Rennstrecke, beging der Österreicher Dieter Quester einen Fahrfehler, der ihn berühmt machen sollte. Mir machte er Angst. Ausgang der Nordkehre schmierte Quester von der Ideallinie ab, sein BMW M3 schoss in einen Reifenstapel, stellte sich auf, überschlug sich mehrmals und rutschte ins Ziel – auf Platz drei und auf dem Dach liegend. Ich war zehn, saß vor dem Fernseher, wartete auf ein Lebenszeichen. Befürchtete das Gegenteil.

Daran musste ich neulich denken, als ich an den verwitterten Holztribünen der Avus vorbeifuhr, raus aus Berlin, rein nach Brandenburg, ein paar Kilometer, immerhin. Nach Monaten der freiwilligen Stadtgefangenschaft fühlte sich Stahnsdorf so befreiend an wie, sagen wir mal, Saint-Tropez. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie Saint-Tropez sich anfühlt, aber weil die Sonne mich mit einem eingebildet warmen südfranzösischen Akzent ansprach und ich einen Impftermin bekommen hatte, hatte ich plötzlich eine Vorstufe zum Glücklichsein erklommen.

Ich dachte, wenn erst der Sommer kommt, die Inzidenzwerte fallen und die Impfquote steigt, wird das Leben zwischen den Normalitäten enden. Werden wir endlich die Zielgerade dieses Corona-Marathons erreichen und dann irgendwie bald auch die Ziellinie überqueren. Mit einem blauen Auge oder mit einer blutigen Nase oder mit was auch immer man sich eben so holt nach einem Unfall mit Überschlag. Denn das ist diese Pandemie von Anfang an gewesen: ein Zustand der sich ständig schmerzhaft bis tödlich überschlagenden Ereignisse. Das Pandemieleben, ein kompliziert verknotetes Kopfhörerkabel. Hier ein bisschen zu fest, dort etwas zu locker.

Die Zielgerade ist ein Begriff aus der Sportwelt und die Sportwelt........

© Berliner Zeitung


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