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Corona trotz Schutz: Darum können sich auch Geimpfte anstecken

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29.07.2021

Berlin - Kaum ist man vollständig geimpft, schon steigt die Sorge um eine erneute Infektion mit der dominierenden Delta-Variante. Zunehmend sind unter den Corona-positiv getesteten Menschen auch vollständig Geimpfte. Das RKI registriert aktuell 6125 solcher Fälle. Eigentlich nicht verwunderlich, denn: Steigt die Impfquote in einem Land, sind mehr Menschen geimpft, wodurch auch der Anteil der Geimpften steigt, die sich infizieren. Wenn Impfstoffe keinen vollständigen Schutz gegen den jeweiligen Erreger bieten, sprechen Fachleute von Durchbruchsinfektionen oder Impfdurchbrüchen. Die Gründe sind vielseitig.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz zweifacher, also vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist niedrig, aber nicht bei null, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Seite. Zwar ergeben die Daten, dass die Viruslast bei Menschen, die sich trotz Impfung infiziert haben, stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt ist. Dennoch bleibt ein geringes Restrisiko, dass sie infektiöse Viren ausscheiden können. „Mit der Zahl der Impfungen steigt auch die Zahl der Durchbruchsinfektionen“, erklärt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Diese ist zwar reduziert, aber je nachdem, wie die Impfung bei mir gewirkt hat, und je nachdem, welche Viruslast mein Gegenüber in sich trägt, kann es schon dazu kommen, dass ich mich als Geimpfter anstecke.“

Die dominierende Delta-Variante erzeugt bei Infizierten eine Viruslast, die 1260-mal höher ist als bei ursprünglichen Varianten, heißt es in einer aktuellen Preprint-Studie, die noch nicht begutachtet wurde. Der PCR-Test sei bei den Covid-Infizierten schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. „Das legt nahe, dass diese besorgniserregende Variante sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, kommentiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Forschungsergebnisse.

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Corona-Mutanten, wie auch die Delta-Variante, können die Effizienz von Impfstoffen leicht mindern. Das eigentlich durch die Impfung geschulte Immunsystem kann den Erreger dadurch nicht mehr in gleichem Maße erkennen wie im Falle des Virustyps, gegen den der Impfstoff entwickelt wurde, schreibt das Science Media Center (SMC) in einem Factsheet. Forschungsergebnisse lassen jedoch darauf schließen, dass die Impfstoffe auch gegen solche Varianten schützen, wie eine kürzlich im Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt.

Die Forschenden schreiben, dass die Präparate von Biontech/Pfizer und Astrazeneca gegen Delta kaum weniger wirksam seien als gegen die ursprünglich in Großbritannien entdeckte Alpha-Variante. Demnach liegt die Effektivität des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen symptomatische Erkrankungen mit Delta bei rund 88 Prozent, verglichen mit 93,7 Prozent gegen Alpha. Der Vektor-Impfstoff von Astrazeneca schützt zu 67 Prozent davor,........

© Berliner Zeitung


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