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#allesdichtmachen: Bestes Beispiel für taktische Ignoranz

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04.05.2021

Berlin - Sie haben sich nichts dabei gedacht, nicht nachgedacht oder alles durchdacht. Man weiß es nicht. Oder vielleicht weiß man es doch? Über die umstrittene Internet-Kampagne der Schauspielerinnen und Schauspieler #allesdichtmachen wurde schon viel geschrieben und gesagt – und noch so viel könnte darüber gesagt und geschrieben werden.

Jeder hat eine eigene Meinung zu der Aktion. Viele Menschen haben den sarkastischen Ton, also die Satire, eher rausgehört als den polemischen. Ich gehöre nicht zu ihnen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie bis zum letzten Wort orchestriert war. Nun, von den insgesamt 53 Videos sind aktuell 27 übrig. Viele Beteiligte sind zurückgerudert und haben ihre Videos löschen lassen. Sie haben behauptet, nichts voneinander oder von der Botschaft, die durch die Kampagne vermittelt wurde, gewusst zu haben. Oder sie haben sich längst entschuldigt, sprachen von Naivität, davon, dass sie zu blauäugig waren. Ganz klar auch aus Angst um ihre eigene Reputation.

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Die Kampagne hat etwas Einschneidendes. Vielleicht stellt sie sogar den Tiefpunkt der Debattenkultur in Deutschland dar, zumindest steht sie symbolisch für ein weitaus größeres Problem in unserer Gesellschaft. Wir leben in einem Zeitalter, in dem Artikel nicht mehr gelesen werden, sondern nur Überschriften und Vorspänne........

© Berliner Zeitung


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