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Auf einmal arbeitslos: Es kann jeden treffen, wir sollten offener damit umgehen

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23.06.2022

Wenn man das erste Mal seinen Job verliert, hat man das Gefühl, als würde man einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen. Wenn man wieder zu sich kommt, befindet man sich in einer neuen Realität, in der man selbst und das soziale Umfeld sich schnell umstellen müssen. Gesellschaftlich, finanziell und zwischenmenschlich sind umgehend Veränderungen zu spüren.

In einer Gesellschaft, in der ein ausgeprägter Arbeitsfetisch vorherrscht, ist jede Alternative verpönt. Selbst wenn es mehrheitlich nicht offen ausgesprochen wird, dominiert eine Arbeitsethik und -moral, die jeden Job über ein Leben ohne Job stellt.

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Dabei ist egal, ob man in diesem Job tagtäglich Excel-Tabellen erstellt, Kaffee kocht oder in sinnfreien Meetings sitzt, ob man also Arbeit verrichtet, die produktiv ist, oder nicht. Solange man morgens aufsteht und einer Beschäftigung nachgeht, ist man klar im Vorteil und verdient neben einem Einkommen auch gesellschaftliche Anerkennung. Als Arbeitsloser weht einem gesellschaftliche Ächtung ins Gesicht.

Vor allem fehlt es einem in der Arbeitslosigkeit natürlich ganz simpel an Geld. Zwar sind in Deutschland die sozialen Sicherungssysteme stark. Aber sie sichern nur das Überleben. Das heißt, dass man sofort überlegen muss, ob man ausnahmsweise einmal essen gehen oder noch ein Hobby........

© Berliner Zeitung


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