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Neustart im Galopp: Zwei Foodies mit chinesichen Wurzeln über das Jahr des Pferdes

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Für alle, die bislang noch nicht so recht das Gefühl haben, dass 2026 ihr Jahr wird, gibt es noch einen Anlass, an dem sich Hoffnungen, Wünsche und Vorsätze neu festmachen lassen: das chinesische Neujahr.

Am 17. Februar beginnt das Mondneujahr, das fünfzehn Tage lang gefeiert wird und sich nach dem traditionellen Tierkreiskalender richtet. Es steht im Zeichen des Pferdes, genauer gesagt im Jahr des Feuerpferdes, und folgt damit auf das Jahr der Schlange, das symbolisch für Häutung, Wandel und das Abstreifen alten Ballasts stand.

Nun also: Reithelm auf und Füße in die Steigbügel. Mit dem Pferd hält ein Tier Einzug, das für Freiheit, Vorwärtsdrang und Dynamik steht. Durch das Element Feuer bekommt diese Energie zusätzliche Intensität – es bringt Leidenschaft, Tempo und eine gewisse Impulsivität mit sich.

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Auf keinen Fall die Haare waschen

Auch in der Vorbereitung spielen Traditionen eine wichtige Rolle. So werden am Neujahrstag die Haare nicht gewaschen. Der Hintergrund liegt in der chinesischen Sprache: Das Zeichen für „Haar“ ist Teil des Wortes für Wohlstand. Wer sich an Neujahr die Haare wäscht oder schneidet, könnte symbolisch also sein finanzielles Glück fortspülen.

Stattdessen steht zuvor das große Reinigen an. Am 28. Tag des letzten Mondmonats – in diesem Jahr der 15. Februar – wird traditionell das gesamte Zuhause gründlich aufgeräumt, um angesammeltes Pech aus dem vergangenen Jahr zu vertreiben. Aus der Sorge heraus, das frisch eingezogene Glück gleich wieder zu verlieren, verzichten manche in den ersten fünf Tagen des neuen Jahres sogar darauf, die Wohnung zu putzen oder den Müll hinauszubringen.

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Eva Che feiert mit Dumplings und Orangen

Die Köchin Eva Che – die zwar nicht in Berlin wohnt, aber oft zu Besuch ist – beschreibt ihre eigene Art zu feiern als bewusst schlicht. „In China ist die Art, wie wir an Neujahr essen, auch eine Art, wie wir leben – es ist wie Glück essen“, sagt sie. Aufgewachsen in Tschechien, sei das Neujahr für sie weniger ein großes Ritual als vielmehr ein ruhiger Moment mit Familie gewesen – ein gemeinsames Essen am Vorabend und ein roter Umschlag mit etwas Geld.

Besonders wichtig seien die Speisen, denn sie tragen jeweils eine eigene Symbolik: Fisch stehe für Überfluss im kommenden Jahr, Dumplings für Wohlstand, lange Nudeln für ein langes Leben, Huhn für familiären Zusammenhalt, Orangen für Glück und Erfolg, so die Köchin.

Vivian Feng: Ein Fest im Kreise der Familie

Auch die Foodbloggerin Vivi Feng aus Berlin, auf deren Social-Media-Accounts sich mit rund 27.000 Followerinnen und Followern alles um Berliner Foodspots dreht, betont, dass das Fest im Kern vor allem zu Hause stattfindet. Vivians Familie ist aus Greifswald angereist und feiert in diesem Jahr in Berlin.

Traditionell würden viele Chinesen zu ihren Familien reisen, gemeinsam kochen und den Abend miteinander verbringen. In ihrer Familie werden am Neujahrsabend Teigtaschen von Hand gefaltet – ein Ritual, das genauso wichtig ist wie das anschließende Essen. Danach läuft im Fernsehen die große Neujahrsshow mit Musik, Tanz und Auftritten, vielerorts begleitet von Feuerwerk.

Wo lässt sich in Berlin das chinesische Neujahr feiern?

Wer nun selbst Lust bekommen hat, das neue Jahr auch kulinarisch zu begrüßen, für den haben die beiden noch einige Berliner Adressen parat. Zu Eva Ches Favoriten gehören das Liu Cheng Du Wei Dao in Mitte, wo authentische Sichuan-Nudeln und Teigtaschen aus Chengdu serviert werden, sowie das Good Friends auf der Kantstraße.

Liu Cheng Du Wei Dao. Kronenstraße 72, 10117 Berlin. Mo und Di 11.30-15 Uhr, Mi-Fr 11.30-15 Uhr u. 17-19 Uhr. www.chengduweidao.de

Good Friends.  Kantstraße 30, 10623 Berlin. Fr-Mi 12-22.45 Uhr. www.goodfriends-berlin.de

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Vivi Feng empfiehlt für ein Dinner mit moderner Interpretation chinesischer Küche das Feast in Wilmersdorf. Für Frühstück oder einen entspannten Start in den Tag nennt sie den Shaniu Market mit Dim Sum, Jian Bing und Brunchangebot sowie Jian Bing Town, das sich ganz dem beliebten chinesischen Street-Food-Klassiker widmet.

Feast. Meierottostraße 1, 10719 Berlin. Do-Di 12-23 Uhr. www.feast-berlin.de

Shaniu Market. Uhlandstraße 42, 10719 Berlin. Mo-Do 9-20 Uhr, Fr-So 9-21 Uhr.

Jian Bing Town. Niederbarnimstraße 12, 10247 Berlin. Di-So 12-21.30.

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Wer es gesellig mag, findet außerdem in Hot-Pot-Restaurants wie Xiao Long Kan oder ebenfalls im Shaniu – aktuell mit All-you-can-eat-Hot-Pot-Angebot – eine besonders gemeinschaftliche Art zu essen.

Xiao Long Kan. Meinekestraße 22, 10719 Berlin. Mo-So 12-23 Uhr. www.shooloongkan-berlin.com

Shania. Pariser Str. 58, 10719 Berlin. Mo-So 12-22 Uhr.


© Berliner Zeitung