We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Safe Abortion Day: Wie ein Lichtenberger Projekt Frauen zu Hause hilft

2 6 6
28.09.2021

Berlin - Berlinerinnen (und Berliner) haben wahrlich kein Überangebot an Abtreibungskliniken. Von 1100 registrierten gynäkologischen Praxen bieten offiziell knapp 140 Schwangerschaftsabbrüche an. Dennoch: Selbst mit diesen niedrig wirkenden Zahlen nimmt die Hauptstadt bei der medizinischen Grundversorgung für ungewollt Schwangere – und ihre Partner – einen Sonderstatus in Deutschland ein. Ungefähr jede siebte Praxis, die ihren Patientinnen Schwangerschaftsabbrüche anbietet, liegt in Berlin. Obwohl nur jede 20. Frau Berlinerin ist. Abtreibung ist in Deutschland noch immer eine Straftat, sie gehört – das machen die Zahlen deutlich – nicht zum Alltag bei Frauenärzten und Hausärztinnen. Dazu kommt, dass viele Ärztinnen und Ärzte sich weigern, Abbrüche in ihren Praxen durchzuführen. Der Staat gibt ihnen recht; die sogenannte „Gewissensklausel“ ermöglicht medizinischem Personal, nicht notwendige Abtreibungen aus Gewissensgründen nicht durchzuführen.

Erfahrungsgemäß verschwinden pro Quartal eine Handvoll Ärztinnen und Ärzte, die Abtreibungen anbieten, meist gehen sie in Rente, dazu fehlt der Nachwuchs – auch, weil Abtreibungen im Medizinstudium kaum eine Rolle spielen. Seit Beginn des Jahrtausends sind auch deshalb mehr als ein Drittel aller Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, geschlossen worden. Obwohl auch die Zahl der Abtreibungen seit Jahren sinkt, schließen zu viele Praxen zu schnell. Die Versorgungssituation für ungewollt Schwangere verschlechtert sich zunehmend.

150 Jahre Abtreibungsparagraf§218 StGB: Sowjetrussland legalisierte Abtreibung schon vor 100 Jahren

Das Familienzentrum Lichtenberg startete zu Beginn des Jahres gemeinsam mit Doctor’s for Choice, einem deutschlandweiten........

© Berliner Zeitung


Get it on Google Play