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Doppeltes Spiel: Kommt nun das Gas von Autokraten über die Türkei nach Europa?

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12.04.2022

Vor dem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag telefonierte Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Sonntag mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Der Präsident habe betont, geht aus einer Mitteilung seines Büros hervor, dass die Türkei weiterhin alles tue, um Frieden zwischen Russland und der Ukraine wiederherzustellen.

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Gemeint waren offenbar auch die erfolglosen Verhandlungen in Istanbul. Erdogan betonte weiter seine Erwartungen der Visa-Liberalisierung sowie einer Auffrischung der Zollunion mit der EU und die „strategische Natur“ der Energielieferungen aus dem Kaspischen Becken und dem östlichen Mittelmeer nach Europa über die Türkei. Die Türkei könne an der Stelle ihre Zusammenarbeit mit Österreich als dem Land ausbauen, das ein wichtiges Vertriebszentrum für Erdgas in Europa sei, hieß es.

Die Türkei will dies auch sein, ein Vertriebszentrum. Ende März schrieb die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Türkei und Israel gerade den Bau einer Gaspipeline vom israelischen Offshore-Gasfeld „Leviathan“ über die Türkei nach Südeuropa diskutieren würden. „Leviathan“ liegt an der israelischen Grenze zum Libanon und versorgt Israel, aber auch Jordanien und Ägypten mit Gas.

Die Besitzer des Gasfeldes, der US-Energiekonzern Chevron und die israelischen Firmen NewMed Energy and Ratio Oil, wollen bereits die Gas-Produktion von 12 Milliarden auf 21 Milliarden Kubikmeter jährlich steigern. Die Türkei selbst importierte 2021 ein Rekordhoch von 60 Milliarden Kubikmeter Gas, vor allem aus Russland, Aserbaidschan, dem Iran, Katar und den USA, wobei Ankara die Abhängigkeit vom russischen Gas in den letzten vier........

© Berliner Zeitung


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