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Ausfälle durch Krieg, Oligarchen und Korruption: Fünf heikle Fragen zur Ukraine

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27.04.2022

Die Ukraine habe seit Ausbruch der Kampfhandlungen drei Viertel ihrer Wirtschaftsleistung verloren, beklagte der ukrainische Finanzminister Sergii Marchenko kürzlich einem Bericht zufolge. 64 Prozent der Erwerbstätigen könnten ihrer Arbeit nicht nachgehen.

Die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das gesamte Jahr 2022 sind etwas zurückhaltender: Die Wirtschaft in der Ukraine wird um 35 Prozent einbrechen. Dabei belief sich die Wirtschaftsleistung des Landes mit ca. 44 Millionen Einwohnern 2021 „nur“ auf rund 170 Milliarden US-Dollar: 21-mal weniger als in Deutschland und fast zehnmal weniger als in Russland mit seinen etwa 144 Millionen Einwohnern.

Nun fordert Präsident Selenskyj von den westlichen Staaten allein als Ausgleich für wirtschaftliche Ausfälle monatlich sieben Milliarden US-Dollar und Hunderte Milliarden für den Wiederaufbau der Ukraine. Der Ministerpräsident Dennis Shmyhal hofft seinerseits, mithilfe der USA Zugriff auf die eingefrorenen russischen Konten zu bekommen, um die Schäden wiedergutzumachen.

Der Ökonom und Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Osteuropa an der Freien Universität Berlin Prof. Dr. Alexander Libman erklärt den 2022 prognostizierten Rückgang des ukrainischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von durchschnittlich 40 bis 50 Prozent mit drei zusätzlichen Faktoren. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung nennt er als ersten Punkt die Zerstörungsgewalt des Krieges. Viele Objekte in den östlichen Industriegebieten würden gerade physisch vernichtet. Zweitens: Viele Unternehmen hätten ihre Tätigkeit gestoppt,........

© Berliner Zeitung


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