Er spielte den „Massenmörder“: Was Mario Adorf mit Köpenick verbindet

Ich bin immer neugierig, wenn mein Mann mir eine Textnachricht schickt. Nicht selten vermeldet er darin den Tod eines Sängers, Schauspielers oder Schriftstellers, dessen Werke wir schon seit Kindesbeinen verfolgt haben. Man kommt halt in ein schwieriges Alter.

Am Donnerstag allerdings kam keine derartige SMS. Ich war in Frankfurt (Oder), saß im dortigen Landgericht, wo es keinen Empfang gibt. Umso trauriger war ich, als ich auf der Heimfahrt in den Nachrichten vom Tod Mario Adorfs erfuhr. Trotz seines hohen Alters war es dann doch plötzlich und unerwartet. Es hieß, der große Mime habe sich schon 2019 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kann das stimmen? Ich hatte ihn doch gerade erst erlebt.

Nein, es stimmt nicht. Denn Mario Adorf war noch 2021 ganz nah dran an den Menschen – mitten in Köpenick. Es waren keine Filmaufnahmen, seine Bühne hatte Adorf in einer kleinen Straße in meiner Nachbarschaft, in Wendenschloss. Da stand er, schüttelte Hände, gab Autogramme. Ganz oldschool.

Es war ein heißer Augusttag vor fünf Jahren. Ein Sonnabend. Die Sonne knallte auf........

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