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Clan-Mitglied soll Goldnest aus einer Berliner Schule geklaut haben

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28.06.2021

Berlin - Thorsten Goldberg sitzt ganz hinten im Zuschauerraum des Gerichtssaals. Der Berliner Künstler will schauen, wer sein Kunstwerk gestohlen haben soll. Goldberg hat „kt24“ geschaffen, ein aus 74 Ästen besehendes, filigranes Nest aus 24-karätigem Gold. Damit hatte der 60-Jährige den Wettbewerb zur Eröffnung der Fuchsberg-Grundschule in Biesdorf im Jahr 2018 gewonnen. Das Kunstwerk sollte in der Schule sicher sein. Das hatten dem Künstler Experten des Landeskriminalamts und auch die Senatsverwaltung versichert. Doch die medienwirksame Ausstellung des goldenen Nests weckte auch kriminelle Begehrlichkeiten. Vor rund zwei Jahren wurde in der Schule eingebrochen, das Kunstwerk verschwand.

Seit diesem Montag muss sich Munyr F., der 20-jährige Spross einer polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie, für die Tat vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Lageristen unter anderem gemeinschaftlich begangenen Diebstahl im besonders schweren Fall vor. Munyr F. schweigt zu den Vorwürfen.

In der Nacht zum 15. Mai 2019 soll der junge Mann gemeinsam mit mindestens einem bisher unbekannten Mittäter eine Fensterscheibe neben der Schuleingangstür eingeschlagen und so in das Foyer der Grundschule gelangt sein. Dort befand sich das eigentlich gut gesicherte Goldnest. Es lag seit einigen Wochen in einer Vitrine aus schussfestem Glas, das zudem mit einer Folie versehen war, die Axt- und Hammerschläge abwehren sollte. Die Vitrine war in einen Stahltresor eingelassen, der wiederum in einer........

© Berliner Zeitung


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