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Kommentar Rassismus und Einfallslosigkeit in Zeiten des Coronavirus

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03.02.2020

Denken Spiegel-Redakteure an China, sehen sie nicht rot – sie sehen gelb. Bereits 1957 brachte das Nachrichtenmagazin ein Stück über Mao Tse-tung mit der Schlagzeile „Die gelbe Gefahr“. 1978 widmete das Blatt sich gar auf dem Titel jener ominösen „gelben Gefahr“ aus Fernost. Diesmal ging es um Geo-Politik, um einen Pakt zwischen Japan und China, durch den sich die damalige Sowjetunion „eingekreist“ gefühlt haben soll. Und 2007 warnte der Spiegel, ebenfalls auf dem Titel, vor „gelben Spionen“, die „deutsche Technologie“ ausspähten.

Und nun das: In seiner aktuellen Ausgabe konstatiert das Nachrichtenmagazin in Bezug auf das Coronavirus: „Made in China“. Die drei Worte prangen – wie sollte es auch anders sein? – in knalligem Gelb auf dem Titelbild.

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Der Titel kann so verstanden werden, als hätten die Chinesen, das gefährliche Virus hergestellt. Und tatsächlich kursieren in sozialen Netzwerken Verschwörungstheorien, die genau das........

© Berliner Zeitung