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Die Investitionsbank Berlin hat schnell Coronahilfen ausbezahlt, jetzt wird das Geld wieder eingesammelt

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30.06.2020

BerlinWilmersdorf, Bundesallee 210. Wer in dem zwölfstöckigen Hochhaus der Investitionsbank Berlin arbeitet, darf sich großer Wertschätzung sicher sein. Insbesondere unter Berliner Kleinstunternehmern und Solo-Selbstständigen gelten die Bediensteten der landeseigenen Förderbank als die wahren Helden der Corona-Krise und die IBB selbst als eine Art Sauerstoffzelt für Krisenopfer.

Es waren vor allem Bürokratie-Verzicht und Schnelligkeit, mit denen sich die IBB stadtweit Anerkennung verschaffte. Wer Ende März, Anfang April bei der IBB einen Antrag auf Soforthilfe stellte, hatte das Geld keine 72 Stunden später auf dem Konto. Bis zu 15.000 Euro. Keiner im Land war schneller, wofür sich IBB und Wirtschaftssenatsverwaltung gern auch selbst feierten. „Wir haben jetzt schon mehr Geld ausgezahlt als etwa das Bundesland Bayern“, triumphierte Berlins grüne Wirtschaftssenatorin und IBB-Verwaltungsratschefin Ramona Pop Ende März.

Für Beate Schmidt war die Soforthilfe damals die Rettung. Die junge Frau, die eigentlich anders heißt, aber anonym bleiben möchte, betreibt eine Physiotherapie-Praxis in Lichtenberg. Sieben Angestellte hat sie. Als das Coronavirus im März Berlin erreicht hatte, häuften sich die Absagen der Patienten. Kaum einer wollte sich noch in engen Räumen mit anderen Menschen aufhalten. Die Kosten liefen weiter. Allein in den letzten zwei März-Wochen hatte sich der Umsatzausfall auf 10.000 Euro summiert. „Ich hatte Angst um meine Praxis“, sagt Schmidt.

Die Soforthilfe beantragte sie Ende März online und bekam schon einen Tag später die Nachricht, dass der Antrag „umgehend geprüft“ worden sei. Am Tag darauf waren 15.000 Euro auf dem Firmenkonto eingegangen.

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© Berliner Zeitung