Warum wählen junge Menschen lieber links als rechts?

Die Jugend wählt die Linke, die noch bis 2024 gesellschaftlich als zerstrittene Traditionspartei belächelt wurde. Jüngst jedoch erreicht sie in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen überdurchschnittliche Werte. Allein der Zulauf in die Partei überholt die rechte Alternative für Deutschland von links: 2025, in nur einem Jahr, gewann die Linke 85.000 neue Mitglieder, heute hat sie insgesamt fast 125.000 Mitglieder. Zum Vergleich: Die AfD hat 70.000 Mitglieder und verzeichnete einen Zuwachs von rund 20.000 im Jahr 2025. Was aber macht den linken Rand des politischen Schwimmbeckens gerade für junge Leute so attraktiv?

Spricht man mit den Parteimitgliedern auf Veranstaltungen der Linken, begründen sie ihre Anwesenheit nicht mit Nostalgie hinsichtlich vergangener, eher unglücklich verlaufener sozialistischer Projekte. Auch nicht mit Marx. Es sind, anders als vermutet, auch nicht Social Media und die TikToks von Fraktionschefin Heidi Reichinnek. Die Gründe für Rot sind ähnlich wie für Blau: ein Bündel aus materieller Unsicherheit, moralischer Eindeutigkeit und politischer Enttäuschung.

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Vorab ein Blick auf die Zahlen

Ein kleiner Transparenzvergleich zwischen rechts und links, bevor wir die Gründe für die Popularität der SED-Nachfolgepartei unter jungen Menschen genauer betrachten:

Das Alter des durchschnittlichen AfD-Mitglieds liegt bei rund 50 Jahren, Linke-Mitglieder sind seit 2025 durchschnittlich rund 38 Jahre alt. Davor lag das Durchschnittsalter ebenfalls bei 45 bis 50 Jahren.

Laut dem Berliner Umfrageinstitut infratest dimap wählten bei der Bundestagswahl 2025 rund 21 Prozent der........

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