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Ronald Paris ist gestorben: Der Ostdeutsche malte die Schönheit, nie die Idylle

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18.09.2021

Rangsdorf - Bildende Kunst vermag es, Illusionen zu schaffen: Shakespeares „König Lear“ trat auf die gemalte Bühne und im nächsten Gemälde stritten sich viele kleine neue Könige und deren Entourage am Runden Tisch der deutschen Wiedervereinigung. Dieses Motiv zeichnete Ronald Paris 1990. Ein Ergebnis ist der dramatisch-satirisch zugespitzten Szene nicht abzulesen, auf jeden Fall aber, dass dieses Bildpersonal sich gestritten hat wie die Kesselflicker. Das Blatt hing vor ein paar Jahren in einer Schau im Schloss Biesdorf.

Solche Motive stehen für den Spannungsbogen, den der 1933 in Thüringen geborene, in Berlin bekannt gewordene Maler und Grafiker Ronald Paris in seinen Bildern gibt. Egal ob auf Leinwand mit kräftigen Farben oder mit Kohlestift auf Papier. Sein Lebenswerk zeigt expressive, oft stark vom Gestus des Zeichnerischen bestimmte Imaginationen zwischen Figur, Porträt und Landschaft, zwischen Realität und Abstraktion. Er hatte sich vor allem mit Wandbildern einen Namen gemacht. So mit dem Epochenbild „Unser die Welt, trotz alledem“ im Berliner Palast der Republik (1975/76), das heute dem Deutschen Historischen Museum gehört und unlängst im Museum Barberini Potsdam........

© Berliner Zeitung


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