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Gerda Wunschel-Gavlasz: „Jede Sprache ist ein Schatz, den es zu hüten gilt“

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14.05.2022

Nach ersten Schätzungen leben jetzt 25.000 ukrainische Flüchtlingskinder in Berlin. Wie soll die Stadt mit dieser großen Herausforderung umgehen? Wir haben Menschen gefragt, die sich mit Integration auskennen –aus eigener Erfahrung, durch ihr Nachdenken und berufliches Handeln – sieben Fragen für eine bessere Integration. Hier antwortet die langjährige Kita-Leiterin Gerda Wunschel-Gavlasz.

1. Können die ukrainischen Kinder auf beides vorbereitet werden – auf die Rückkehr in ihr Heimatland und ein mögliches Leben in Deutschland?

Wir sollten davon ausgehen, dass sehr viele Familien nach dem Ende des Krieges in ihre Heimat zurückgehen wollen. Allerdings ändern sich auch Lebensplanungen. Auf jeden Fall finde ich es wichtig, den Kindern ihre ukrainische Muttersprache zu erhalten und ihnen gleichzeitig zu ermöglichen, die deutsche Sprache zu erwerben. Das geschieht am besten, wenn ukrainisch- und deutschsprachige Fachkräfte in der Kita zusammenarbeiten. Dann wachsen alle Kinder einer Gruppe in einem Sprachbad auf.

Es ist schön, wenn deutsche Kinder ein Verständnis anderer Sprachen erwerben und einige Wörter lernen. Das können die Erzieher:innen gut in den Alltag integrieren: Im Morgenkreis wird dann deutsch und ukrainisch gezählt, aber auch zum Beispiel in türkischer oder englischer Sprache, wenn Kinder mit diesen Familiensprachen die Gruppe besuchen. Jede Sprache ist ein Schatz, den es zu hüten gilt.

Wir bitten in unseren Kitas Eltern, ein wenig Zeit aufzubringen, um Familien aus der Ukraine als Paten zur Verfügung zu stehen. Es sind oft einfache Fragen zu beantworten, etwa, wie man einen Kinderarzt findet oder wo man Hausschuhe kaufen kann. Außerdem ist es schön, die Kinder und Eltern sich mit anderen Kindern und Eltern zu vernetzen, indem man sie zum Beispiel einlädt, mit auf den Spielplatz zu kommen.

2. Sollten alle geflüchteten Schulkinder in Willkommensklassen........

© Berliner Zeitung


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