Russlands stille Verbündete in Bosnien: Covic, Dodik und die Logik der Blockade |
Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Der Berliner Verlag gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.
Bosnien und Herzegowina ist seit Jahren ein geopolitischer Spannungsraum, in dem sich die Interessen westlicher Akteure mit jenen Russlands kreuzen. Während die internationale Aufmerksamkeit meist auf den offen prorussischen Kurs von Milorad Dodik, dem langjährigen Präsidenten der Republika Srpska, gerichtet ist, bleibt ein anderer zentraler Akteur oft im Hintergrund: Dragan Covic, Vorsitzender der nationalistischen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft Bosnien und Herzegowina (HDZ BiH). Doch gerade die aktuelle Auseinandersetzung um die energiepolitische Zukunft des Landes legt nahe, dass Covic und der weiterhin sehr einflussreiche Dodik weniger Gegenspieler als vielmehr komplementäre Partner eines gemeinsamen politischen Arrangements sind.
Ein besonders aufschlussreiches Beispiel lieferte Ende Dezember der Radio- und Fernsehkanal Herceg-Bosna. Der Sender, der de facto unter dem politischen Einfluss der HDZ BiH steht, stellte sich offen in den Dienst russischer Argumentationslinien zur sogenannten Südlichen Gasinterkonnektion. Ohne jede redaktionelle Distanz oder kritische Kontextualisierung erhielt Igor Kalabuhov, der russische Botschafter in Bosnien und Herzegowina, Raum, um Bosnien und Herzegowina vor einer energiepolitischen Annäherung an den Westen zu warnen.
Kalabuhov forderte die bosnischen Behörden auf, sich „dem Druck aus Washington“ zu widersetzen und weiterhin auf russisches Gas zu setzen – obwohl Russland unter massiven EU-Sanktionen steht und Bosnien derzeit........