Zu hässlich: El Salvador verbietet den Edgar Cut an seinen Schulen

Von den einen als Trendfrisur schlechthin gefeiert, von den anderen als haargewordene Stillosigkeit gehasst: Der „Edgar Cut“ gehört derzeit wohl zu den streitbarsten Männerfrisuren, die man auf Berlins Straßen sehen kann. Gerade unter Jugendlichen taucht die Topfschnitt-Variante immer wieder auf.Seinen Ursprung hat der Haarschnitt in Mittelamerika, wo er unter jungen Menschen noch deutlich verbreiteter ist als hierzulande. In El Salvador reicht es der Politik nun offenbar: Nachdem vergangenes Jahr bereits der klassische Irokesenschnitt verabschiedet wurde, hat man jetzt auch den „Edgar“ an öffentlichen Schulen verboten.

Edgar-Verbot: Anweisung von ganz oben

Wie die Nachrichtenagentur Reuters bereits im September berichtete, sind Kleiderordnungen an öffentlichen Schulen schon lange üblich. Auf Anweisung der Bildungsministerin Karla Trigueros wurden damals allerdings auch schon konkrete Regeln für Männerhaarschnitte festgelegt – mit einem Verbot des „Iros“. Wer sich dem widersetze, müsse demnach mit schlechteren Noten rechnen. „Wir danken der Ministerin, denn dies ermöglicht uns, unsere Schüler zu korrigieren und zu verbessern“, wurde eine Schulleiterin von Reuters zitiert.

Nun ist die Politik El Salvadors einen Schritt weiter gegangen. Wie der Präsident Nayib Bukele mitteilte, ist jetzt auch der strittige Edgar verboten – als Maßnahme zur „Wiederherstellung von Disziplin“. Auf X teilte er einen entsprechenden Beitrag mit einer vagen Botschaft: „Was getan werden muss, lässt keinen Raum für Zögern.“

What must be done leaves no room for hesitation. https://t.co/F1s3tEtWRt— Nayib Bukele (@nayibbukele) April 16, 2026

What must be done leaves no room for hesitation. https://t.co/F1s3tEtWRt

Die salvadorianische Bildungsministerin, die seit August 2025 im Amt ist, gilt als umstritten. Schon in den Tagen nach Amtsantritt, soll sie Schulen mit streng zurückgekämmtem Dutt und in Militärkleidung besucht haben, wie Reuters berichtete. Lehrerverbände hätten sich gegen ihre Ernennung ausgesprochen. Die salvadorianische Lehrerfront bezeichnete die Berufung einer Militärangehörigen zur Bildungsbeauftragten damals als „absurd“ und erinnerte an die Jahrzehnte der Militärdiktatur im Land.

@wizdomblendz ER WOLLTE EINEN EDGAR 😳🔥🔥 #fy #germany🇩🇪 #switzerland🇨🇭 #austria🇦🇹 #edgar #edgarcut #vira #transformation #barber #barbershop #fypシ ♬ Originalton - 𝗪𝗜𝗭𝗗𝗢𝗠𝗕𝗟𝗘𝗡𝗗𝗭

Und wie haarig ist die Lage hierzulande? Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Haarschnitt kontrovers diskutiert. Beim Edgar handelt es sich um einen sehr kantigen Schnitt mit einer klaren, geraden Stirnlinie. Die Seiten sind kurz rasiert oder gefadet, das Deckhaar bleibt etwas länger, aber kompakt. Charakteristisch sind der starke Kontrast und die geometrische Form.Geprägt wurde der Name Edgar Cut durch soziale Medien und unzählige Memes – vor allem auf TikTok und Instagram. Dort wurde der Look mit dem stereotypen Namen Edgar versehen und verbreitete sich viral.


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