Nach Schließung des legendären Clubs: Watergate kündigt Open Airs in Berlin an |
Obwohl es nur die wenigsten überrascht haben dürfte, traf die Nachricht viele wie ein Stich ins Herz: Am 17. September 2024 gab das Watergate bekannt, Ende des Jahres zu schließen. Wie der legendäre Berliner Club an der Oberbaumbrücke mitteilte, sehe man sich unter anderem wegen steigender Energie- und Mietkosten nicht mehr in der Lage, den Mietvertrag zu verlängern.Doch ganz verschwunden ist der Club, der über 22 Jahre am Kreuzberger Spreeufer zu Hause war, nicht. Hinter den Kulissen bleibt das Watergate weiterhin aktiv und kündigt für den Sommer eine Open-Air-Reihe an – mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern.
Watergate: „Wir sind zurück zum Open-Air-Start“
In einer Mitteilung des Managements heißt es: „Wir sind zurück zum Start des Watergate Open Air 2026.“ Dabei werden drei Veranstaltungen hervorgehoben. Den Auftakt macht am 2. Mai eine Party im Sage Berlin in der Köpenicker Straße in Kreuzberg. Dort soll Chris Liebing, der seit Mitte der 90er-Jahre die Berliner Techno-Szene prägt, ein „seltenes“ fünfstündiges Set spielen. Außerdem stehen Annina & Scoopsi sowie Chloe Lula und Mathias Kaden auf dem Line-up.
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Drei Wochen später folgt ein weiteres Highlight: Techno-Legende Sven Väth kehrt für eine „xx-tended“ Reise durch Tag und Nacht nach Berlin zurück. Das Open Air am 23. Mai findet tagsüber erneut im Sage Berlin statt, bevor es am Abend im Prince Charles am Moritzplatz weitergeht. Neben Väth stehen auch Cassy (persönliche Empfehlung des Autors), Amaliah sowie Galluzzi und Maurizio Schmitz an den Decks.
Am 30. Mai schließlich präsentiert das Watergate dann das Chris Luno Berlin Open Air, ebenfalls im Sage Berlin. Auch hier ist das Line-up entsprechend hochkarätig besetzt.
Eine feste Institution in der Berliner Clubkultur
Die Open Airs sind dabei keineswegs eine neue Idee, die erst im Zuge der Clubschließung entstanden ist – so viel Kontext muss sein. Bereits seit den frühen Jahren des Watergate gehörten Sommerveranstaltungen in Kooperation mit anderen Berliner Locations zum Konzept. So fand über Jahre etwa das „Watergate & Circoloco Open Air“ in der Rummelsburger Bucht statt. Nach dem Aus des Clubs wurden die Open Airs zu einer regelmäßigen Sommerreihe weiterentwickelt.
Zur Schließung selbst plant das Watergate übrigens ein ganz besonderes Format: Am 24. April findet in der Berliner Cupra City Garage in Mitte eine Fotoausstellung zum letzten Abend des legendären Nachtclubs statt. Gezeigt werden Arbeiten von drei Fotografinnen und Fotografen, die die letzten Momente des Clubs dokumentierten. In der Ankündigung heißt es: „Sie hielten die letzten Momente fest und machten daraus Kunst. Noch nie zuvor gesehen. Nur eine Nacht lang.“
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Das Watergate zählte über zwei Jahrzehnte zu den prägenden Techno- und Houseclubs Berlins und hat die Clubkultur nachhaltig mitgeprägt. Besonders charakteristisch war seine Lage direkt an der Spree mit großen Fensterfronten und Blick auf die Oberbaumbrücke sowie die Verbindung von Innen- und Außenraum. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Club zu einer festen Institution im Berliner Nachtleben – sowohl für Touristinnen und Touristen als auch für die lokale Szene. Gleichzeitig stand das Watergate wie viele andere Clubs zunehmend unter Druck durch steigende Mieten, Gentrifizierung und den Wandel der Clublandschaft. Anfang 2025 endete schließlich die letzte Phase des Betriebs, bevor der Club sich mit einer letzten Reihe von Nächten endgültig aus der aktiven Clubkultur verabschiedete.