Zöllner aus Ludwigshafen staunten nicht schlecht, als sie Anfang Oktober bei der Kontrolle eines Postpakets ein kleines Krokodilskelett entdeckten. Dabei handelte es sich, anders als vom Empfänger zunächst behauptet, jedoch keineswegs um eine Nachbildung. Auch entsprechende Einfuhrpapiere konnten nicht vorgelegt werden, weswegen der Zoll kurzerhand das Skelett des Reptils beschlagnahmte.

Bei Personenkontrollen an Bahnhöfen, Gepäckdurchsuchungen an Flughäfen oder der Überprüfung des gewöhnlichen Postverkehrs entdeckt der deutsche Zoll immer wieder Kurioses und Illegales: von Rauschgift über kostspieligen Schmuck bis hin zu toten – oder gar lebenden – Tieren. Wir haben eine Auswahl der wahrscheinlich verrücktesten Funde zusammengestellt.

Das ganze Tier wird wohl zu sperrig: Warum also nicht einfach einen Teil nach Hause liefern lassen, muss sich der Empfänger gedacht haben, als er den größten Fuß der Welt bestellte. Im Februar vergangenen Jahres entdeckten Beamte des Zollamts Weil am Rhein bei der Kontrolle eines Pakets einen zum Behältnis umgearbeiteten Elefantenfuß.

09.10.2023

•gestern

09.10.2023

Bei der Sendung aus England konnten keine Einfuhrpapiere vorgelegt werden. Wie sich durch die Begutachtung eines Sachverständigen herausstellte, handelte es sich hierbei um den Fuß eines Afrikanischen Elefanten.

Abgesehen davon, dass Elefanten nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders streng geschützt sind und sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt: Diese Bestellung ist wahrlich geschmacklos.

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Für manche scheint Drogenschmuggel eben kein brotloses Gewerbe zu sein: Im Jahr 2006 haben Beamte einer mobilen Einsatzgruppe des Zolls in Aachen einen Reisenden kontrolliert, bei dem sie einen Laib Brot fanden. Im Inneren der Backware stießen die Zollbeamten auf 54 Gramm Heroin.

Der mit dem Taxi reisende 39-jährige Mann wollte aus den Niederlanden zurück in das Ruhrgebiet und gab an, für das Brot rund 200 Kilometer weit gefahren zu sein. Die Beamten wurden stutzig und entdeckten das Heroin mit einem Schwarzmarktwert von rund 3000 Euro. Nach seiner Einkaufsreise wurde der Mann aus Herne festgenommen.

Wesentlich obskurer als der Fund eines Krokodilskeletts in Ludwigshafen war die Entdeckung am Münchener Flughafen im September vergangenen Jahres. Hier beschlagnahmten Zollbeamte bei der Reisegepäckkontrolle einen lebenden Albino-Alligator. Aufmerksam wurden Flughafenmitarbeiter durch ein ungewöhnliches Röntgenbild.

Das zum Transport in Frischhaltefolie eingewickelte Tier wurde umgehend von Zöllnern und einem Tierarzt befreit und in die Erstversorgung übergeben. Bei dem Reisenden mit dem ungewöhnlichen Gepäck handelte es sich um einen 42-jährigen Geschäftsmann, der noch vor seiner Weiterreise nach Singapur ausfindig gemacht werden konnte – gegen ihn läuft jetzt ein Strafverfahren.

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Selten hat sich jemand wohl so sehr auf den Inhalt einer Windel gefreut: Bei ihrer Einreise nach Deutschland im Jahr 2019 hat eine Frau versucht, Goldschmuck in einer Windel zu schmuggeln. Am Frankfurter Flughafen wurde der aus der Türkei kommenden 23-Jährigen die Fracht abgenommen.

Aufgefallen war die junge Frau den Beamten bei einer Routinekontrolle, als diese feste Gegenstände in den Windeln ertasten konnten. Die mit Gold im Wert von 1700 Euro gefüllten Windeln transportierte sie in ihrer Handtasche. Gegen die Frau wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet; der Goldschmuck wurde einbehalten.

Den kuriosesten Fund machten Zöllner im Jahr 2014 am Frankfurter Flughafen, als sie 90 exotische Tiere im Koffer eines Mexikaners entdeckten: Insgesamt versuchte der 44-jährige Mann neben 55 Schildkröten auch 30 Baumschleichen, vier Hornvipern und einen Dornschwanzleguan zu schmuggeln – bis auf eine Schildkröte waren alle Tiere beim Öffnen des Koffers noch am Leben.

Zwar seien viele der Tiere in einem desolaten Zustand gewesen, allerdings könne eine Baumschleiche möglicherweise sogar noch Eier legen, teilte der Zollsprecher damals mit. Zum Transport steckte der Reisende vor Abflug die Schlangen in Damenstrümpfe, die Echsen in Stoffbeuteln in Schachteln. Wegen des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz kam der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Insgesamt hatten die geschmuggelten Tiere einen Wert von über 50.000 Euro.

QOSHE - Lebende Schlangen im Gepäck, Heroin im Brot: Die kuriosesten Zollfunde - Enno Kramer
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Lebende Schlangen im Gepäck, Heroin im Brot: Die kuriosesten Zollfunde

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11.10.2023

Zöllner aus Ludwigshafen staunten nicht schlecht, als sie Anfang Oktober bei der Kontrolle eines Postpakets ein kleines Krokodilskelett entdeckten. Dabei handelte es sich, anders als vom Empfänger zunächst behauptet, jedoch keineswegs um eine Nachbildung. Auch entsprechende Einfuhrpapiere konnten nicht vorgelegt werden, weswegen der Zoll kurzerhand das Skelett des Reptils beschlagnahmte.

Bei Personenkontrollen an Bahnhöfen, Gepäckdurchsuchungen an Flughäfen oder der Überprüfung des gewöhnlichen Postverkehrs entdeckt der deutsche Zoll immer wieder Kurioses und Illegales: von Rauschgift über kostspieligen Schmuck bis hin zu toten – oder gar lebenden – Tieren. Wir haben eine Auswahl der wahrscheinlich verrücktesten Funde zusammengestellt.

Das ganze Tier wird wohl zu sperrig: Warum also nicht einfach einen Teil nach Hause liefern lassen, muss sich der Empfänger gedacht haben, als er den größten Fuß der Welt bestellte. Im Februar vergangenen Jahres entdeckten Beamte des Zollamts Weil am Rhein bei der Kontrolle eines Pakets einen zum Behältnis umgearbeiteten Elefantenfuß.

09.10.2023

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09.10.2023

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